Kategorie: Gesellschaft

Von der Willkommenskultur zum Abschiebungswettbewerb

Vorbemerkung

Dieser Artikel wurde von einer antirassistischen Aktivistin geschrieben, die seit Ende der 1990er Jahre Migrationsbewegungen und die Kämpfe Geflüchteter beobachtet und unterstützt. Seit anderthalb Jahren arbeitet sie zudem (wieder) als hauptamtliche Flüchtlingsberaterin in einer westdeutschen Großstadt. Die Veränderungen im öffentlichen Diskurs, in der Wahrnehmung Geflüchteter wie auch den Resonanzboden der Diskurse auf der legislativen Ebene des Asyl- und Aufenthaltsrechts bekam sie sehr direkt mit – in ihrem Arbeitsalltag wie in ihrem politischen Umfeld. Trotzdem ist dieser Artikel eine sehr subjektive Sicht auf gegenläufige Entwicklungen, die von einer weiterhin relativ „flüchtlingsfreundlichen“ Grundstimmung in der städtischen Zivilgesellschaft und einem mittlerweile europaweiten hegemonialen neu-rechten Diskurs, der auf Abschottung und Abschiebung zielt, geprägt sind.

In diesem Artikel versucht sie, die enorme Diskrepanz zwischen dem, was sie in ihrer politischen Arbeit wie auch in ihrer bezahlten Beratungsarbeit erlebt, dem, was gleichzeitig politisch diskutiert wird und dem, was ihr politisch notwendig scheint zu skizzieren.

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„Überwintern“ im Kälteschutz

Eindrücke zum Überleben auf der Straße
und aus der Pflasterstubenarbeit

DSCI0212.JPGZum Kongress Armut und Gesundheit

Es ist sieben Uhr morgens, gerade angekommen am Hauptbahnhof in Berlin, vertrete ich mir auf dem Vorplatz etwas die Beine und versuche in der kalten Witterung die Müdigkeit einer langen, fast schlaflosen Nachtfahrt im Schnellzug, loszuwerden. In zwei Stunden beginnt der Kongress Armut und Gesundheit in der Technischen Universität am Ernst Reuter Platz. Continue reading „„Überwintern“ im Kälteschutz“

 

Protestbewegung Nuit Debout in Frankreich „Unsere Träume passen nicht in eure Urnen“

Die geplante Änderung des Arbeitsgesetzes gab den Ausschlag: Am 31. März 2016 versammelten sich erstmals Tausende auf der Pariser Place de la République. Nuit Debout, auf Deutsch etwa ‚Aufrecht durch die Nacht‘, wurde zum Motto einer neuartigen Protestbewegung.

Von Ruth Jung  => anhören/lesen bei Deutschlandfunk

weitere Infos bei: http://www.wikiwand.com/de/Nuit_debout

Nuit Debout in Straßburg

Der Mythos von der kulturellen Identität

Deutschland heute: Ein alter Mythos ist wiedergeboren – der Mythos von der kulturellen Identität. Nicht nur Pegida und AfD beschwören ihn; ebenso zeigt er sich in Debatten um das Kulturgutschutzgesetz wie in der Glorifizierung von Nationalmannschaften. Wird Kultur dann relativ, austauschbar und beliebig?                                      Von Daniel Hornuff

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Brief ohne Hochachtung – Sind wir das Volk?

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“Liebe Frau Merkel,

Mein Name ist Heidi Langer, ich bin 45 Jahre alt und stamme aus der ehemaligen DDR.
Als Kind, Jugendliche und junge Frau habe ich die Bundesbürger glühend um das beneidet, das man Freiheit nennt. 1989 bin ich – gemeinsam mit vielen anderen – auf die Straße gegangen, weil ich diese Freiheit auch für mich und meine Kinder wollte. Wir haben damals etwas bewirkt. Etwas Großartiges. Für unser Land, für unser Volk.
Dachten wir.                                                                     weiterlesen

Die deutsche dritte Welt

Sonia Seymour Mikich: „In Deutschland gibt es Armenviertel. So hoffnungslos, so unwürdig, so schockierend, wie wir es sonst von fernsten, ärmsten Ländern kennen. Als 2007 Bulgarien und Rumänien EU-Mitgliedsstaaten wurden, machten sich die Ärmsten, darunter viele Roma, auf den Weg in die westlichen Industrieländer. Weil sie einer ungeheuren Not in ihrer Heimat entkommen wollten. Und hier? Baute sich neues Elend auf. Für die Roma selbst, für ihre Nachbarn, für die Kommunen. So die Reporterinnen Edeltraud Remmel und Isabel Schayani. Menschliche Katastrophen, die wir gerne ausblenden.“

ein Beitrag von monitor

Ungleichheit: Deutschland kein Vorbild für Europa

imageMit „XXL-Aufschwung" und geringen Staatsschulden will die Bundesregierung die europäischen Nachbarn beeindrucken und das deutsche Erfolgsrezept anderen Euroländern zur Nachahmung empfehlen – notfalls aufzwingen. Jedoch: Der DGB-Verteilungsbericht und nun auch die jüngste Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen immer deutlicher die Tücken des deutschen Wachstumsmodells. „In Deutschland ist die Einkommensungleichheit seit 1990 erheblich stärker gewachsen als in den meisten anderen OECD-Ländern. In den 80er und 90er Jahren gehörte das Land zu den eher ausgeglichenen Gesellschaften, inzwischen liegt es nur noch im OECD-Mittelfeld.", so die OECD-Studie. Ungerechtigkeit und Ungleichheit lassen sich nicht mehr leugnen.

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Generalstreik

Der erste Generalstreik in den USA seit 1946

Nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei haben die Indignados von Oakland für heute, den 2. November, in ihrer Stadt zum Generalstreik aufgerufen. Sie werden auch den Hafen besetzen und drücken damit ihre Solidarität mit dem Streik der Schauerleute in Longview aus.

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“We are the 99 Percent!” oder “Wir sind das Volk!”

Die "Occupy"-Bewegung beeindruckt Repräsentanten aus Politik, Medien und der Wirtschaft. Viele von ihnen sind geschult in der Anpassung an das gesellschaftliche Klima, obwohl die Forderungen der Demonstranten nicht neu sind – gerade von Gewerkschaftsseite. Erich Vogt berichtet diese Woche für GEGENBLENDE von den Hintergründen und Entwicklungen der Occupy-Bewegung in den USA http://bit.ly/evogt11