Kategorie: Erzählung

EINE LETZTE BRIOCHE IN DEN BERGEN SÜDOSTMEXIKOS


(Ein Beitrag der am Ende der CompARTE PER LA VITA E LA LIBERTÀ 2018 im Caracol di Morelia, Torbellino de nuestras palabras, in den Bergen Südostmexikos gelesen wurde.)


L’ULTIMA BRIOCHE
NELLE MONTAGNE DEL SUDEST MESSICANO

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LA ÚLTIMA MANTECADA EN LAS MONTAÑAS DEL SURESTE MEXICANO

The Last Honeybun in the Mountains of Southeastern Mexico

Vielleicht hat sich die Tragödie durch eine Reihe von Zufallsereignissen entwickelt, ohne dass ein Zusammenhang zwischen ihnen erkennbar war.

Aber  vielleicht war der Zufall nur ein unglücklicher Umstand, als ob das Schicksal die Gerüchte über ihre Existenz genährt hätte, indem es Teile eines Puzzles auf die zerbrochenen Köpfe von Menschen und auf Maschinen warf. Continue reading „EINE LETZTE BRIOCHE IN DEN BERGEN SÜDOSTMEXIKOS“

Klassenkampf, murmelte das Gespenst


eine Miniserie in zwei Teilen/1

Übersetzung des Beitrags von Mauro Vanetti

"Wir alle haben eine Freundin, einen Genossen,  Verwandte, Nachbarn, Kollegin, die noch vor ein paar Jahren eindeutig links waren, seit einiger Zeit aber die Manie haben, zwielichtige Blogs zu lesen, Facebookseiten zu folgen, die perplex machen, und nurmehr ausgemachten Unsinn verzapfen, den sie als wichtigen Beitrag gegen den Strom ausgeben, der aber an Salvini erinnert, jedoch als scheinbar "kommunistische" Version ....".

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Jahresbescherungen 1/17


dsci0193Es ist schon einige Zeit abgesessen in dieser Stadt, an Häuserwänden und den Portalen der Kirchen, wo die Passanten flanieren und mir gelegentlich einen Blick und einige Cents zuwerfen.  Wenige Vorübergehende werfen mir auch Worte zu, Worte wie Steinwürfe. Manche sind gut gemeint und treffen gezielt ins Schwarze: „Man kann sein Leben doch nicht so wegwerfen!“ Continue reading „Jahresbescherungen 1/17“

Somnambulie


2adafcac86_thumb.png… mit einer Somnambulie könnte der gegenwärtige Zustand dieser Gesellschaft verglichen werden. Da scheint nichts, was sie aufweckt und ihren Schlafwandel beendet. Die Arbeitslosen arbeiten, die Studenten studieren, die Schüler befassen sich mit Nathan dem Weisen, die Politiker, Bänker und all die feinen Leute mit ihren geplatzten Finanzblasen. Die Gewerk­schaften organisieren Tarifrunden und das Gros ihres Klientels überlegt schon, ob wohl das Geld für einen vom Staat subventionierten Neuwagen reicht. Natürlich reicht es nicht und die Welt ist schon deshalb nicht in Ordnung, weil die Kopeke fehlt. Continue reading „Somnambulie“

Genua – Piazza Alimonda – Teil II


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geschrieben von Roberto Greco

Du erinnerst Dich? Wo war ich stehengeblieben? Eine Fahrt im Regio am 20. Juli, zehn Jahre später. Die Erinnerung zieht zur Fahrt nach Genua 2001, während des G8-Gipfels. Grenzstation Chiasso: zwei mitreisenden schwedischen Studenten wird von einem Tenente Carabinieri die Einreise verweigert, darunter Nora.

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Genua – Piazza Alimonda – Teil I


geschrieben von Roberto Greco

Piazza Alimonda

 

Was ich in diesen Tagen vor zehn Jahren tat?

Beh, die täglichen Details und dann die Vorbereitung auf die geplante Genuafahrt. Und Freude, jede Menge Vorfreude. Ich zelebrierte sie regelrecht, wie es sich für italienisches Gemüt gehört, mit  Cantautori  heutiger und vergangener Tage.

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Trommeln in Genua


von  Wu Ming 1 – Romanauszug –

Erster Mann: Sicher schlagen sie die Trommeln.
Zweiter Mann: Teufel auch! Und das in unserem Stadtteil!
nach B.B. Trommeln in der Nacht

Piazza Alimonda: 20. Juli 2001 Es spielte sich damals auf der Piazza Alimonda ab, und es war damals, dass ich die Maschine wahrnahm. Piazza Alimonda: Omphalos und letzter Vorposten, Treffpunkt der Lebenden und Toten. Es ist ein Ort, den ich immer und immer wieder als Pilger aufsuchen muss. Denn das Schicksal von Carlo Giuliani könnte auch das meine sein und das von allen, die dort gewesen sind. Carlo Giuliani war, bevor er von einem Carabiniere erschossen wurde, einer von uns oder präziser ich,  dem   im Augenblick der unendlich vielen Möglichkeiten das gleiche hätte passieren können.

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Ach ja– die Wahlen


Fast hätte ich sie vergessen, wäre da nicht dieses Gespräch gewesen, dessen Zuhörer ich rein zufällig wurde. Ich saß in der Cafeteria des Obdachlosenasyls, schlürfte an dem billigen Kaffee und blätterte in den ausgelegten Tageszeitungen.  Drüben am Nebentisch wurde gewürfelt.