Der lange Schatten des 20. Jahrhunderts

L’ombra lunga del ventesimo secolo

Pressenza

Immagino che un certo numero di persone in questi giorni si siano annichilite, siano rimaste esterrefatte, o spaventate dinanzi le recenti dichiarazioni bellicose dei nostri politici, è di ieri il discorso da “uomo della provvidenza” fatto dal capo del governo italiano riunito dinanzi al Parlamento per chiedere sostegno e la fiducia nella chiamata alla guerra… continui

(1.3.2022) Ich kann mir vorstellen, dass eine Reihe von Menschen in den letzten Tagen von den jüngsten kriegerischen Erklärungen unserer Politiker verstört, fassungslos oder verängstigt waren, gestern war die „Mann der Vorsehung“- Rede des italienischen Regierungschefs im Parlament, die um Unterstützung und um Vertrauen zu den Kriegsmaßnahmen warb:

„Nach der Intensivierung der russischen Offensive haben wir eine immer harschere und strafendere Reaktion auf Moskau angenommen. Auf militärischer Ebene hat der Oberste Alliierte Befehlshaber in Europa den Aktivierungsbefehl für alle 5 Einsatzpläne erlassen. […] Dies ermöglicht es, den ersten Teil der Pläne direkt umzusetzen und die Abschreckungshaltung an der Ostgrenze des Bündnisses mit den bereits verfügbaren Kräften zu verstärken. […] Was die Seestreitkräfte betrifft, so sind sie bereits unterwegs und stehen unter NATO-Kommando. Unsere in Rumänien eingesetzten Luftstreitkräfte werden verdoppelt, um eine kontinuierliche Abdeckung zu gewährleisten, zusammen mit den alliierten Mitteln „[…]“ werden wir bereit sein, zu reagieren und zu antworten „- und erneut in Draghis letzter Rede -“ Der Kampf, den wir heute unterstützen sind die Opfer, die wir morgen bringen werden, eine Verteidigung unserer Prinzipien und unserer Zukunft. Und deshalb bitte ich das Parlament um Unterstützung“.

Urplötzlich haben die Reihen der Pseudo-Gesundheitsexperten, Pseudo-Virologen in der Abendunterhaltung mit Teleshopping mittendrin, das Interesse verloren und funktionieren nicht mehr.

Im Handumdrehen stellt sich der große Medienzirkus um, von der Intensivstation, den Intubierten, und die Angst vor Ansteckung wie die täglichen Todesmeldungen sind plötzlich verschwunden, prompt ersetzt durch Bilder von Bombenanschlägen aus Videospielen, vorbeifahrenden ukrainischen und russischen Panzern, die Zivilautos überfahren, oder von den Ankündigungen der Freiwilligenbrigaden, die der Ukraine zu Hilfe eilen, die als von Solidaritätsprinzipien und Respekt vor der Volkssouveränität motiviert beschrieben werden und aus diesem Grund von den großen italienischen überregionalen Zeitungen verglichen werden mit den internationalen Freiwilligenbrigaden, die in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts in den spanischen Bürgerkrieg eingegriffen haben. Schade jedoch, dass sie sich an diesem Wendepunkt der Geschichte, anstatt den Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten des spanischen Widerstands, die gegen den faschistischen Diktator Franco kämpften, sich dieses Mal im russisch-ukrainischen Krieg dem Neonazi-Bataillons Asow oder der paramilitärischen Gruppe Pravy Sektor anschließen müssen. Nicht weniger kämpferisch sind die Erklärungen einer Fernseh- und Gesellschaftsplethora, die zu diesem Anlass in voller Kraft aufgestellt wurde: Pseudo-Intellektuelle, Pseudo-Analytiker, Pseudo-Experten für Konflikte, Pseudo-Ökonomen, Pseudo-Spezialisten für diplomatische und internationale Beziehungen, Influencer aller Art, um zu erklären, warum und wie schön, gerecht und alternativlos es ist, in den Krieg einzugreifen.

Vielleicht gehörst auch du zu denen, die nie an der Existenz eines Virus zweifelten, das die meissten Todesfälle verursachte, jedoch weil es nicht adeguat bekämpft wurde, die Modalitäten der „Eindämmung“, die Methoden der Kontrolle in Frage gestellt hast? Sofort wurden Menschen genötigt, erpresst und diskriminiert, wurden auf schlimmte Weise etikettiert. Anstatt Hilfe zu Fragen der Pandemie zu erhalten, wurden oft Informationen geliefert, die den Voyeurismus bedienten und terrorisierend Angst und Leid in den Mittelpunkt stellten. Vielleicht gehörst du auch zu denen, die immer besser und klarer die propagandistischen Intentionen der nationalen Nachrichtensendungen begreifen und die keine guten Querschnittsinformation senden.

Wenn du also zu denen gehörst, dann gehörst du über Deine sakrosankten Entscheidungen in Gesundheitsfragen hinaus auch zu denen, die die jetzt allzu unverhältnismäßigen Töne des allgemeinen Kriegsaufrufs wahrnehmen.

Du gehörst also zu denjenigen, die jetzt sicherlich ein absolut unverhältnismäßiges Vorherrschen einer einzigen Version der Tatsachen bemerken, was eine Untertreibung wäre, um sie nicht als voreingenommen zu definieren. Informationen, bei denen nicht nur die Beweggründe einer Partei offengelegt werden, sondern immer häufiger echte Falschmeldungen, die jedenfalls darauf abzielen, uns in einen Propagandakontext eintreten zu lassen, der jedem verdammten Krieg eigen ist …

Vom Krieg gegen das Virus zum echten Krieg war der Schritt gar nicht so weit, wie es manchem zunächst erscheinen mag.

Hier für jeden dieser Menschen, denen ich die herzliche Einladung ausspreche:

Lassen wir uns um unserer inneren, menschlichen, seelischen, moralischen Integrität und unseres Gewissens willen nicht in einen Streit zwischen den Parteien hineinziehen, begehen wir nicht den gleichen Fehler, Verfechter einer der beiden Konfliktparteien zu werden. Für oder gegen etwas … Keine der Seiten, die die Bedingungen für diesen jüngsten Konflikt geschaffen hat, gehört wirklich zu uns.

Bemühen wir uns, wachsam und aufmerksam zu bleiben, und wenn es wirklich eine Seite zu ergreifen gilt, dann nehmen wir zumindest unsere Seite, oder zumindest diejenige, die uns nicht dazu bringt, diese zerstörerische Konfliktlust zu nähren, die mit beiden Händen in den Medien, Zeitungen, in sozialen Netzwerken, von Politikern, von Horden von Angebern, im Dienst der von der Propaganda auferlegten Linien derer, die ihre Herrschaft und ihr Vermögen immer auf den Wirtschaftskrieg gegründet und dann Krieg geführt haben, gesät wird.

Schützen wir uns vor diesem Wunsch nach Interventionismus, schützen wir uns vor der beschämenden Welle vulgärer und erniedrigender Propaganda, die die Welt unbedingt zum Guten oder zum Schlechten beschreiben will. Richtige Tote und falsche Tote, intelligente Raketen und Raketen, die bis zum Ende defekt sind, lösen Phänomene echter Idiotie aus, so auch die Zensur von Dostojewski Kursen an Universitäten, nur weil er ein russischer Autor war, oder die Absage von Konzerten, nur weil der russische Regisseur keine angemessene Haltung gegenüber Putin eingenommen hatte.

Lassen wir uns von dieser Welle der Kriegspropaganda nicht zermürben, die aus den Reihen von Serien-„Entmenschlichern“ betrieben wird.

Das ukrainische Volk beider Seiten ist leider zu einem unwissenden und kollateralen Opfer geworden, die neuen Todesfälle und Leiden des ukrainischen Volkes sowohl des pro-russischen als auch des pro-europäischen Lagers waren und werden das unwissende Instrument sein, das für die Wiedergeburt einer neuen Kälte steht, der Krieg nützlich ist. Man sieht, wie sich die atlantischen Oligarchen den russischen und chinesischen Oligarchen entgegenstellen, wobei Europa als Pufferzone verstanden wird, entbehrlich, funktional, um die Schläge des Konflikts auf beiden Seiten zu absorbieren.

Eine neue Art von Eisernem Vorhang, wo man auf der einen Seite wie auf der anderen das Weltgeschehen je nach Blickwinkel teilen kann. Schade nur, dass in dieser Wende des Rades die europäischen Völker mittendrin stehen, Hunderte Millionen Menschen, die für die Neuordnung einer neuen Aufteilung der Machtsphären entbehrlich sind.

Lassen wir uns nicht von den leichtfertigen Proklamationen und Muskelspielen unserer Regierungen täuschen, diesmal sind wir das schwache Glied, Europa ist der Tontopf zwischen zwei eisernen Gefäßen.

Machen wir uns stattdessen bereit, der Hauptlast der schlimmstmöglichen Kriegspropaganda zu widerstehen, die darauf abzielt, Menschen auf beiden Seiten in nützliche Idioten zu verwandeln.

Lernen wir, uns gegen diese triviale Propaganda abzuschirmen, lernen wir unseren Kopf zu schützen, unsere Gedanken, unser Gewissen, das bißchen kritischen Geist, das uns noch geblieben ist, lernen wir auch, notfalls den Fernseher auszuschalten, weil er erneut derart sein wird: eines der größten Mittel der Propaganda und Überzeugung, hämmernd und obsessiv wie in jedem Regime das sich im Kriegszustand befindet.

Lernen wir, uns nicht von der Angst einnehmen zu lassen, von dieser neuen Angst, nicht weil es keinen Grund dazu gäbe, sondern weil Angst den Verstand tötet, alle Denkfähigkeiten vernichtet, jede Möglichkeit des Dialogs und der Konfrontation erniedrigt und abtötet.
Bei Angst gibt es nur drei Arten von Reaktionen: Entweder angreifen oder panisch davonrennen, oder sich weiter der Realität zu entziehen, weil sie zu schrecklich und zu schmerzhaft ist.

Lernen wir daher, unsere Angst zu kontrollieren, nicht so sehr, indem wir sie ablehnen, sondern indem wir uns ihrer bewusst werden, sie beobachten und dabei lernen, das klein bisschen dieser notwendigen Distanz einzubringen, die uns zumindest zwingt, uns vor ihren zerstörerischsten Auswirkungen zu schützen. Angst, sodass wir den Feind im Nachbarn neben uns sehen, nur weil er einen anderen Gedanken manifestiert oder andere Entscheidungen trifft als wir. Der Feind steht nicht an unserer Seite oder ganz unten, sondern an der Spitze der sozialen und wirtschaftlichen Pyramide.

Das Ende der wirtschaftlichen und territorialen Hegemonie des Westens bringt das hervor, was der Ökonom Giovanni Arrighi in einem seiner Bücher „Chaos und Regierung der Welt: Wie sich Hegemonien und planetarische Gleichgewichte ändern“ gut vorhergesehen hatte, eine Dynamik und eine Folge von chaotischen strukturellen und systematischen Notfällen in dem sich gerade wir Europäer in einem Interregnum zwischen zwei hegemonialen Polen befinden, dem atlantischen Sonnenuntergang, dem Westimperium mit anglo-amerikanischer Zugkraft, das auf die Quelle, das östliche russisch-chinesische, prallt.

Wir befinden uns in einem epochalen Kontext, in dem diese Art der Reorganisation zerstörerische Kräfte des Planeten und des Menschen entfesselt und sogar die wahnhaften Narrative von „Rassen“krieg, territorialer Verteidigung, kolonialer Eroberung und Unterdrückung, Gewalt, Waffen, Diskriminierung in all ihren Formen wiederbelebt werden. Dies in Formen, wie die Beendigung der Rechtsstaatlichkeit, ad libitum die Suspension der Verfassungsordnungen der westlichen Länder, um stattdessen ein auf Notstand und Kontrolle basierendes System anzuwenden, das von einem Notstand in einen anderen übergeht, bis hin zur Einführung von Terror und Krieg im Herzen Europas, so wie es im letzten Jahrhundert geschah.

Mehr denn je fühle ich mich an die Beschreibungen des letzten Jahrhunderts erinnert, die in dem Buch von Barbara Balzerani „Lasst das Meer herein“ enthalten sind, das von drei Generationen erzählt. Ihre Geschichte windet sich durch die beiden Weltkriege, mit der Beschreibung der Zerstörung, die diese hinterlassen haben. Der Krieg wirkt sowohl auf die Köpfe als auch auf die Körper. Er schafft es, seinen langen Schatten der Zerstörung auf das soziale Gefüge zu projizieren, die Zukunft der neuen Generationen verpfändend. Sie enthält auch die bedeutsame Beschreibung eines Engels, wie sie vom Philosophen Walter Benjamin in seinem „Der Angelus Novus“, beschrieben wurde. Er schreibt über das Gemälde von Paul Klee, das vielleicht am besten das vergangene Jahrhundert und alles, was es hervorgebracht hat, repräsentiert: „Ein Engel, der sich von etwas zu entfernen scheint, auf das er seinen Blick richtet. Seine Augen sind weit geöffnet, sein Mund offen, seine Flügel ausgebreitet. Der Engel der Geschichte muss diesen Blickwinkel haben. Sein Gesicht ist der Vergangenheit zugewandt. Wo uns eine Kette von Ereignissen erscheint, sieht er eine einzige Katastrophe, die Trümmer auf Trümmer türmt, die ihm zu Füßen stürzen. Er möchte sich zurückhalten, Tote auferwecken und Zerbrochenes wieder zusammensetzen. Aber ein Sturm weht vom Himmel, der seine Flügel erfasst hat, und ist so stark, dass er sie nicht schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unwiderstehlich in die Zukunft, der er den Rücken zukehrt, während sich der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel erhebt. Was wir Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.“

Ein Jahrhundert, das letzte, das seinen langen und schweren Schatten offenbar noch in das gegenwärtige Jahrhundert hinein wirft, dessen Methoden und Wirkungen im Pendeln zwischen imperialistischen Kriegen, die unter verschiedenen Vorwänden zur Aneignung von Ressourcen geführt wurden, überlebt zu haben scheinen. Natürlich, abwechselnd mit Explosionen von Finanzblasen des extraktiven und spekulativen Sektors wie Immobilien, Energie, Rohstoffe, seltenen Mineralien und den Wirtschaftskriegen der wohlhabenden Klassen zu Lasten der weniger wohlhabenden.

Es ist ein andauernder Chaos- und Ausnahmezustand, der jedoch, wenn er gut analysiert wird, kurz gesagt nichts bewirkt, als den Reichtum noch mehr in den Händen einiger weniger zu konzentrieren und die wenigen der ohnehin schon fragilen demokratischen Grundlagen, die durch die liberalen Verfassungen die nach dem Weltkrieg verfasst wurden, vollständig liquidiert .

Und all dies, während sich immer mehr eine psychische, soziale und politische Tendenz verstärkt, die sich neuen Instrumenten des Rechts und der Kontrolle nähert, die im Grunde faschistisch und autoritär sind und die das soziale und menschliche Unwohlsein in einen nihilistischen Willen des Todes, der Zerstörung und Vernichtung lenken.

Jeder Krieg löst nicht nur nie etwas, sondern legt die Grundlagen für noch mehr neue Kriege, sät Faschismus in Denkweisen und noch mehr in Handlungen, die von der Beilegung von Streitigkeiten durch Gewaltanwendung inspiriert sind, er verstärkt und beschleunigt die Entmenschlichung.
Gerade im Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die des Angelus Novus, wird deutlich, dass Krieg, Faschismus und Kapitalismus Teil derselben Dynamik sind, die sie fest miteinander verbunden hält.

Genauso wie die Bildung von Fraktionen zugunsten des einen oder anderen Rivalen Teil der makabren Komödie ist.
Krieg mit Waffen ist nichts anderes als die Fortsetzung der kapitalistischen Politik mit anderen Mitteln.

Und es ist auch wahr, dass die kapitalistische Politik, die auf Wirtschafts- und Ressourcenvernichtung basiert, nichts anderes ist als die Fortsetzung des Krieges mit Waffen, also mit anderen Mitteln und Methoden.
Der Wunsch, der im Inneren geboren werden sollte, ist nicht, sich an einer der widerstreitenden Fraktionen zu beteiligen, sondern im Gegenteil, man sollte laut schreien: „Hören wir auf, nützliche Idioten zu spielen, indem wir die eine oder andere Fraktion des Massakers wählen!“ Es gibt keine guten Fraktionen, genauso wenig wie es gute Tote und schlechte Tote gibt, sie sind alle immer nur Tote.

Wenden wir uns lieber der wesentlichen Frage zu, die uns sehr berührt, dieser Krieg, unabhängig davon, wer ihn gewinnen zu können scheint, ändert tatsächlich die Spielregeln in der postpandemischen Europäischen Union.

Die Verschärfung des Krieges in der Ukraine beseitigt dauerhaft jeden demokratischen Prozess, der die kapitalistischen Eliten betrifft, die auch für die Produktion von Waffen und für die Ursachen sowohl der aktuellen als auch der früheren Konflikte verantwortlich sind.

Wer glaubt, dieser Kriegszustand sei eine kurze Episode, Russland werde sich nach Erreichen seiner Ziele aus der Ukraine zurückziehen und mit zögerlichen Verpflichtungen auf prekäre diplomatische Pfade zurückkehren, täuscht sich meiner Meinung nach.

Es wird nicht passieren, weil es sicherlich nicht im Interesse der Eliten und westlichen Wirtschaftspotentaten liegt, die ihren Einfluss und ihre Dominanz tendenziell weiterhin auf Bereiche ausüben, in denen ein klarer Hegemonialwechsel stattfindet, von denen allenfalls ein Patt abzusehen ist, die neue imaginäre Grenzen sind, innerhalb derer sie Zuflucht suchen können, um die absolute Herrschaft Ihres eigenen Machthabers in diesen Gebieten zu errichten.

In diesem neuen Krieg – das haben wir vielleicht noch nicht realisiert – entstehen auch die Rahmenbedingungen des neuen Faschismus und des wiedererstarkenden Militarismus, sowohl die europäischen als auch russischen, mit denen die zu geringen funktionalen Ambivalenzen der gegenwärtigen extremen Rechten, ersetzt werden. Die progressive „Linke“, die bisher maßgeblich an einem bestimmten Projekt beteiligt war, wird von nun an nicht mehr nützlich sein. In den neuen Szenarien, die mit dem Krieg eingeführt, aber bereits in der autoritären Bewältigung des Pandemie-Notstands weithin angekündigt wurden, wurde die extreme Rechte dank der Einführung neuer Kader neu formiert und kontrolliert. Sie haben sich im Kriegsklima, gerade wegen ihrer funktionalen Merkmalen herausgebildet, und werden von den Wirtschaftseliten zum Nachteil der pseudo-progressiven Linken bevorzugt. Letztere wurde bisher gebraucht, um die globalistische Parole zu verbreiten, und funktional, um die Gesellschaft zu dekonstruieren.

Mit dem Ukraine-Konflikt entfernen wir uns plötzlich vom europäischen New Deal, der auf der New Green Economy, auf Industrie 4.0 etc. basiert, um in eine echte kapitalistische Kriegswirtschaft einzusteigen. Die Rohstoff- und Energiedominanz wird in Mode kommen, wir werden einen sehr starken Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise erleiden, alles offensichtlich zum Nachteil der Menschen, aber stattdessen zum Vorteil der russischen Exportoligarchien, die die Wirkung von Sanktionen mit dem Anstieg der Preise für Energieressourcen kompensieren werden. Wir werden auch das endgültige Ende der gewerkschaftlichen Tarifverhandlungen erleben, die bereits von Draghi in Frage gestellt wurden, der sein Konzept mehrmals wiederholt angekündigt hat, dass wir „im Namen unserer Freiheitsprinzipien zu großen Opfern aufgerufen“ werden.

Auch diesseits des neuen Eisernen Vorhangs haben wir unsere „Verteidigung“ militärisch seit einiger Zeit an die NATO ausgelagert, eine militärische Einrichtung, die vor drei Jahrzehnten zusammen mit dem Warschauer Pakt hätte aufgelöst werden sollen, aber mit der Zeit allmählich eine Art Privatarmee geworden ist, die jetzt die Rolle eines bewaffneten Gangsters der Gegend übernimmt, eine bewaffnete Körperschaft, an die wir uns nicht wenden müssen, sondern die wir beraten müssen, damit wir bei der Verteidigung durch Kriege zurückschlagen können. Das ganze Haus mit all seinen Bewohnern, wird als Geisel genommen und gezwungen, die „Unsumme“ einer Kriegsschuld zu bezahlen, die sich im Laufe der Zeit allmählich anhäuft.

Die Europäische Union lebt unter einem Berg von Defiziten, die heute aufgrund des Krieges selbst zu einer Kriegsschuld werden. Ein Krieg, der wegen extraktivistischer Plünderung geführt wird. Die NATO ist der bewaffnete Flügel, der bisher mit seinen „Präventivkriegen“ operiert hat, damit westliche multinationale Unternehmen „Schürfrechte“ in den verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, Afrikas und Südamerikas erhalten können.

Lassen wir uns nicht täuschen, das wäre fatal. Vor den Toren Europas tobt ein Krieg zwischen Oligarchen und Gangstern, in dem wir Europäer mittendrin sind. Ein Krieg, dessen Rechnung von den Bevölkerungen sehr hoch bezahlt werden wird. Es ist eine Rechnung, die die Ukraine mit seinen Toten aufzählt, die auf ihre Volkssouveränität endgültig verzichtet, enorme Schulden anhäuft, das Recht negiert, und die mit einer Rückentwicklung im Sinne sozialer und materieller Errungenschaften beginnen wird, welche in der gesamten Nachkriegszeit ihresgleichen sucht.

Der Krieg in der Ukraine ist auch für viele europäische Regierungen praktisch, um ihre Mängel und Fehler zu vertuschen. Er garantiert eine Situation des allgemeinen Chaos, unter der es möglich ist, ihren verschiedenen produzierten Mist zu verbergen. Er ist eine Notsituation, aber auf jeden Fall kontrolliert, in dessen Namen es möglich ist, alles zu rechtfertigen, ohne offen Skandal oder Diktatur schreien zu müssen. All dies, während sich der Balken in der Zwischenzeit der allgemeinen politischen Stimmung in der Zwischenzeit in Richtung der Grenzen der extremen Rechten bewegt. Es ist in eine Art Rückkehr aus einem Klima nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Aufkommen der großen Totalitarismen.

Dieser Konflikt kann jedoch auch als Ausgangspunkt dienen, um die Geburt eines neuen transnationalen Widerstands gegen jeden Krieg, gegen den wahren Faschismus zu begründen, der sich seinerseits aus Konflikten zwischen den Armen nährt und diese wiederum erzeugt und der zu einem Instrument für die Aufrechterhaltung des Kapitalismus jedes Mal dann wird, wenn ihm historisch der Atem ausgeht.


Agieren wir für die Geburt einer internationalen Bewegung auf dem ganzen Planeten, gegen den permanenten Krieg, der von einem auch planetarischen Kapitalismus entfesselt wird. Er hat einen sinnlosen Prozess der Zerstörung von Leben an verschiedenen Fronten zu verantworten: durch geführten Krieg sowie durch Wirtschaftskrieg bedroht er die Länder mit Plünderung, mit grausamer Ausbeutung der Menschen, mit der katastrophalen und endlosen Verschlechterung der Umweltausbeutung unserer Biosphäre.

Wir dürfen keine Angst haben, uns nicht entmutigen lassen und müssen uns auf den Schlag vorbereiten und müssen uns verpflichten, dass die Propaganda nicht überwiegt. agieren wir gegen die Faszination für den Krieg, weil er uns nicht aus einem Konflikt befreit, sondern stattdessen hineinzieht. Lernen, sich intelligent und umgekehrt zu „verschwören“, um die Grundlagen und die Nahrung für einen Notfall und einen langwierigen Kriegszustand zu bekämpfen, dessen erstes Opfer, wie immer bekannt, die Wahrheit ist. Es gilt einen Konflikt zu „sabotieren“ bevor er auf der Erde Wurzeln schlägt, wurzelt er in jedem von uns, indem er unser Gewissen aufhebt, sich in unsere Gefühle einschleicht und sich an unsere Eingeweide klammert.

Gegen den Krieg und den kapitalistischen Faschismus haben wir einen, oder besser zwei, nicht zu überschätzenden Vorteile:
Das kapitalistische „Gehirn“ ist unwiederbringlich dahin und zersetzt und wie jedes Mal in der Geschichte, wenn es in extremen Schwierigkeiten ist, greift es offen auf Krieg, Totalitarismus und die Anwendung von Gewalt zurück. Jetzt ist es einfach, die tödlichen Samen zu erkennen und sie abzulehnen.

Der andere Vorteil ist, dass wir sowohl die Bewegungen als auch die Methoden gut kennen, sie sind die gleichen, wie sie im letzten Jahrhundert implementiert wurden, indem ständig Spaltungen und Konflikte aller Art geschaffen wurden, damit sich die Menschen bekämpfen, damit sie sich auf den Nächsten als Feind konzentrieren anstatt auf die Spitzen der Gesellschaft.

Der einzige realistische Ausweg, den wir haben, besteht darin, zu verhindern, dass das 21. Jahrhundert erneut die Fortsetzung der Schrecken und Bastarde des vergangenen Jahrhunderts wird.

Zum Autor:

Luca Cellini

Herausgeber und Kolumnist von Pressenza. Schon immer ein Antimilitarist, war er ein Verweigerer und Aktivist im LOC, in der Humanistischen Bewegung, bei Greenpeace und im Sozialforum. Während des Krieges in Ex-Jugoslawien ging er mit dem von den „Selig sind die Friedensstifter“ geförderten Projekt „Mir sada“ nach Bosnien mit den gewaltfreien Interpositionsgruppen, die versuchten, den anhaltenden Konflikt zu beenden. Gründer des Valdarno Sustainable Committee, mit dem alternative Projekte für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Abfallkreislaufs gefördert und öffentliche Schulungen zu diesem Thema und für Schüler an Gymnasien abgehalten wurden. Er ist Vater zweier Kinder, leidenschaftlicher Schriftsteller, beschäftigt sich mit Gegeninformationen, Menschenrechten, Wirtschaft und Forschung im Energiesektor. Derzeit als Freiwilliger in Vereinen aktiv, die sich im Kampf gegen Kinderhandel und -ausbeutung engagieren.

Übersetzung: Günter Melle

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