Satanisten morden samstags

Folge 1A von (von3)Autorin: Selene Pascal

[Nach der von Wu Ming1 im vergangenen Oktober (2018) veröffentlichten Analyse, die wiederum eine Arbeit aktualisierte, die vor mehr als zwanzig Jahren begann, als wir noch Luther Blissett hießen, setzen wir die Diskussion über Verschwörungs“theorien“ fort. Die Überlegungen wie mit ihnen umzugehen ist, erfolgt hier auf Giap in einer dreiteiligen Miniserie von Selene Pascarella. Was passiert, wenn die Ermittler in einem Kurzschluss zwischen Informationen und Ermittlungen an eine Verschwörungs“theorie“ esoterischen / satanischen Themas glauben und diese „Spur“ dann in einen Justizansatz umwandeln? Beim Lesen wird man sehen, dass wir nicht weit von dem entfernt sind, was Arthur Miller 1692 in seinem Stück Hexenjagd (original The Crucible in Salem, Massachusetts) schrieb. Und es wird sich zeigen, dass selbst in Italien die unkritische Rezeption einer bestimmten Verschwörung einige unter den bekanntesten Ermittlungsverfahren – und die damit verbundenen Debatten – in der jüngeren Rechtsgeschichte beeinflusst hat. Gutes Lesen.]


Pubblicato il Wu Ming

I Satanisti ammazzano al sabato – di Selene Pascarella, 1a puntata (di 3)

[Dopo l’inchiesta di Wu Ming 1 dell’ottobre scorso, che a sua volta aggiornava un lavoro avviato più di vent’anni fa quando ci chiamavamo Luther Blissett, riprendiamo il discorso sulle teorie del complotto e su come affrontarle, ospitando su Giap una miniserie in tre puntate scritta da Selene Pascarella.
Cosa succede quando, in un corto circuito tra informazione e indagini, gli inquirenti credono a una teoria del complotto a tema esoterico/satanico e la trasformano in una «pista» e poi in un teorema giudiziario?
Si vedrà, leggendo, che non siamo molto distanti da quel che Arthur Miller scrisse nel suo dramma Il crogiuolo, ambientato a Salem, Massachusetts, nel 1692. E si vedrà che, anche in Italia, la ricezione acritica di un certo complottismo ha condizionato alcune tra le più note istruttorie – e i relativi dibattimenti – della storia giudiziaria recente. Buona lettura]

1. Satana S.p.A e la sua «ombra»
2. Col favore delle tenebre, il (presunto) modus operandi satanista
3. I numeri della bestia
4. Di esperti senza titoli e database fantasma
5. Lucifero e le storie «sghembate»
6. Il satanista che fece incazzare Mussolini

Inhalt

  1. Der «Schatten» von Satan S.P.A
  2. Die Gunst der Finsternis, der (vermutete) Modus operandi der Satanisten
  3. Die Zahlen der Bestie
  4. Experten ohne Titel und Geisterdatenbank
  5. Schräge Geschichten über Luzifer
  6. Ein Satanist, der Mussolini zur Weißglut trieb

«“Wer sind nun die Satanisten und was glauben sie?“ Ihre Sekte ist die am meisten diskutierte in diesem Land, die am meisten angegriffene, die tierischste und doch die am wenigsten verstandene»
Peter Haining, Fakten zum modernen Satanismus, 1969)

Schulmädchen, die vorhaben, fünfzehn Klassenkameraden mit einem Pizzaschneider zu zerstückeln, etliche Massaker an schwarzen Katzen, deren einziges Missgeschick es war, in der Halloween-Nacht herumzustreunen, Minderjährige, die Opfer sexuellen Missbrauchs sind und ein Crescendo verzweifelter Hilferufe anstimmen (fünfzehn pro Tag, fünftausend pro Jahr!), und die sie an Spezialisten im Kampf gegen den Teufel richten. Das oberflächliche Überfliegen mithilfe der Suchmaschinen wirft ein Italien aus, das von dem Bösen in Angst versetzt wurde.

„Kinder, die in den Nächten der schwarzen Messen und satanischer Riten als Opferpuppen eingesetzt werden – so liest man in La Stampa – Riten, die das populäre Gewissen tendenziell verwirft, mit denen Justitia ihre Mühen bei der Verfolgung und Bestrafung hat und nur eine internationale Truppe Orks für Normalisierung sorgen könnte“.

In Wahrheit handelt es sich nicht um einen neuen Boom, wenn man bedenkt, dass die italienische Kriminalgeschichte seit ihrer Gründung von der „satanischen Spur“ durchzogen wird – die Seifenmacherin von Coreggio, Girolimoni, das Monster von Nerola. Sensationelle Fälle haben sich ständig und dauerhaft in unseren Erzählungen angesiedelt, so wie die Doppelmorde des Monsters von Florenz, das Verschwinden von Emanuela Orlandi, der Mord an Simonetta Cesaroni.

Heute ist es möglich, die satanische Interpretation eines Verbrechens in seiner neutralsten und marktfähigsten Form der Medien – unter „esoterischer Schiene“ – einzuordnen, und sie unter den normalen investigativen Hypothesen zu kategorisieren. Die Idee, dass durch die Welt, einschließlich Italien, Menschen herumtollen, die in eigenem Namen, noch häufiger in Ergebenheit einer organisierten kriminellen Gruppe, Vergewaltigungen und Morde im Namen Satans begehen, fällt unter die Möglichkeiten der Schrecken.

Fast niemand hat gesehen, wie diese Idee in die Realität umgesetzt wurde, aber jeder weiß, dass es möglich ist. Man muss es nicht mit eigenen Händen tun, es ist nicht einmal notwendig, den Akt des Glaubens auszuführen, der notwendig ist, um an die Existenz eines höchsten Gutes, eines Schöpfers aller Dinge zu glauben. Folglich entfällt auch der Glaube an die Nemesis seines verstoßenen Engels als Inkarnation des Bösen. Man muss nicht glauben, dass Satan existiert, um zu glauben, dass Satanisten existieren. Von da ist es ein kurzer Schritt, um anzunehmen, dass ihr Credo Gewalt und Blut heißt.

Der «Schatten» von Satan S.P.A

Gemessen an der Menge illegaler Aktivitäten, die mit Sekten in Zusammenhang stehen, die schwarze Magie und Teufelsanbetung betreiben, könnte „Satana S.p.A.“ nach der Mafia, der Camorra und der Sacra Corona Unita die größte kriminelle Vereinigung sein.

Wenn ich morgen den vorherigen Satz in der Form von „Schocknachrichten“ herausbringen würde, würde ich von den wichtigsten Informationsorganen des Landes wiedergegeben werden, würde ich sogar einige „Experten“ finden, die bereit sind, meine These mit rauchigen Zahlen in Dutzenden von Artikeln zu unterstützen, die „Bilanz“ über die Verbrechen der Satanisten ziehen, welche die Geschichte Italiens geprägt haben. Niemand würde mich bitten, überprüfbare Daten anzugeben, und ich würde mit dem „Vielleicht“, einem „Es wird angenommen, dass…“, und dem „Es gibt gute Gründe für…“ davonkommen.

Wir sind nicht auf dem Gebiet der Übertreibung. Nach dem Tod von Pamela Mastropietro sprang die nigerianische Mafia, die sich dem Voodoo-Ritualmord verschrieben hatte, an die Spitze der Rangliste der Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit. Verspeiste Herzen und andere krankhafte Details, die in den Untersuchungsergebnissen des Körpers widerlegt wurden, waren dennoch gut genug für eine delirierende journalistische Ausbeute.

Beispiel einer Umschreibung, um nicht „Neger“ zu sagen. Weil Voodoo im Spiel ist, muss es sich da nicht um „Neger“ handeln? Zu beachten ist auch, wie es den Faschisten gelingt, selbst dann ganz Reaktionäre zu bleiben, wenn sie sagen, dass sie gegen die Todesstrafe sind. Übersetzung des Tweets der faschistischen Casa pound hier

Wie Insider wissen, um sich mit solchen groben Schnitzern durchzuwursteln, an die selbst diejenigen, die sie geschrieben haben, nicht glauben, genügt es, die richtige Formulierung zu gebrauchen. Es gibt keine Berichterstatter, die auf die Spur der Satanisten verweisen und die dafür Verantwortung übernehmen. Sie wirft einen „Schatten“, der fast eigenständig „auftaucht“, der Schlagzeilen macht und sich ins Rampenlicht rückt. Kurz gesagt, alles geschieht von selbst, und das, was den Informationsfachleuten bleibt, ist die Verpflichtung, die Ankunft zu bestätigen. Und der Ausgangspunkt, sollte die Beweislage ihre Opfer erfordern, wurde ebenfalls mit einem präzisen Ritual erbaut: Der Schatten gerät unscharf, kann aber naturgemäß nicht zerstört werden. Er scheint immer wieder durch und in den Momenten, in der die Untersuchung stagniert, wechselt er voller Agilität vom Status eines Scherzes zum Status einer „kontroversen Hypothese“ oder zu einer „Wahrheit, die der Diskussion bedarf“. Kurz gesagt, wenn die Satanisten kommen und gehen, bleibt die satanische Spur für immer. Und sie erscheint immer dann wieder, wenn es am wenigsten erwartet wird.

Nach dem Tod des Schriftstellers Andrea G. Pinketts am 20. Dezember 2018 berichteten die Krokodile zum Gedenken an den „König des Dunkeln“ ausnahmslos über einen ebenso präzisen wie unbegründeten Umstand: «Von ihm bleiben uns die Untersuchungen erhalten, mit denen er zur Lösung berühmter Fälle, wie dem der Sekte der Kinder Satans, beigetragen hat». Aus dem Siedekessel eines Prozesses, der mit dem Freispruch der Angeklagten und der Haftentschädigung des berüchtigtsten unter ihnen, Marco Dimitri, endete, entsteht die Legende von Pinketts „Infiltration“ bei den Kindern Satans und auch seiner Urheberschaft der gegen sie gerichteten Beschuldigungen. Die Fakten – Pinketts trat dem Verein genau deshalb bei, weil er ihn für völlig harmlos hielt, ein von der Justiz bescheinigter Umstand – aber gingen dabei verloren. Das Einzige, was blieb, ist der Schatten des Satanismus, der keine Belege wie rechtskräftige Freisprüche benötigt. Der Protagonist der Erzählung ist verstorben und niemand hat die Zeit und den Wunsch, die Quelle, die dem Schriftsteller gewidmete Wikipedia-Seite, die ohne die geringste Überprüfung erstellt wurde, infrage zu stellen.

Schriftsteller Andrea G. Pinketts (1960-2018). Die falsche Nachricht, dass er „die Kinder Satans infiltriert“ hätte, um „den Fall zu lösen“ (!), verewigt das Stigma gegen Menschen, die in allen Gerichtsverfahren vollständig freigesprochen und vom Staat für ungerechte Inhaftierung entschädigt wurden.

Es hätte gereicht, eine Notiz der Nachrichtenagentur Ansa vom 13. Juni 1997 herauszufischen, wo aus dem Gerichtssaal über eine eher enttäuschende Zeugenaussage Pinketts berichtet wird, die ihn als“Infiltrant“ in signifikanten Anführungszeichen betitelt. Nachdem er sich für Panorama eine elektrisierende blaue Haarfarbe und ein esoterisches Rock-Shooting zugelegt hatte, lässt Pinketts, der aufgefordert wurde, aus erster Hand über die Gräueltaten der Anhänger von Bologna zu berichten, eine echte Bombe platzen: „Ich hatte den Eindruck, dass die Polizei Wichtigeres zu tun hatte, als gegen diese vier Arschlöcher zu ermitteln, die sich um einen fünfzackigen Stern scharen“. Das war sicher ein kompetenter Beitrag zur Lösung des Falles… jedoch in Richtung Freispruch.

Trotzdem wird Pinketts, vielleicht für immer, „der Infiltrant“ bleiben (was er niemals war. Er arbeitete bei vollem Tageslicht mit Provokation und Scherz), der die Verbrechen (die niemals begangen wurden) einer satanischen Sekte (die nie eine war, sondern von Anfang an ein ordnungsgemäß registrierter Kulturverein) enthüllt hat.

Diese Geschichte wird zum Stein, auf dem andere erzwungene, aufgeblasene Medienerzählungen aufgebaut werden können, wenn sie nicht von Grund auf neu erfunden werden. Sie wird in die Gruppe der „vielen Fälle“ in den Nachrichten aufgenommen werden, in denen – das ist meine Überzeugung – Satanisten vor die Gerichtsschranken zitiert wurden und wegen schrecklicher Verbrechen wie Mord, Kindsmord und sexueller Gewalt gegen Minderjährige verurteilt wurden. Oder auch freigesprochen wurden, dies doch nur, weil – wenn ich doch nur jedes Mal, wenn ich diese Worte gehört habe, einen Cent bekommen hätte! – die Justiz „nicht den Willen hat“ zu verurteilen. Vielleicht gibt es Satanisten in Uniform, Doppelagenten, Zellen der Schläfer – aber sie hat nicht die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um sie zu verfolgen, und weigert sich folglich, an die Existenz ritueller Morde zu glauben. Vielleicht, weil die katholische Kirche ihren Schatten darüber wirft (Aber sind Katholiken nicht die ersten, die an den Teufel glauben?). Es wird auf so viele Fälle angespielt, ohne jemals ihre Anzahl zu quantifizieren, was insgesamt dazu führt, dass der „Schatten“ trotz des Fehlens von Beweisen in den institutionellen Quellen apokalyptische Dimensionen annimmt.

Die Gunst der Finsternis, der (vermutete) Modus operandi der Satanisten

In Italien ist der einzige offizielle Bericht, der sich mit diesem Thema befasst, der Bericht über religiöse und neue magische Bewegungen der Sekte in Italien, der 1998 vom Ministerium für öffentliche Sicherheit erstellt und vom damaligen Innenminister Giorgio Napolitano veröffentlicht wurde. Das Dossier spezifiziert das Fehlen des angelsächsischen „cult crime model“ im italienischen Recht, d. h. den Prototyp des rituellen Verbrechens. Verbrechen im Zusammenhang mit Kultdemonstrationen werden daher als gängige Straftaten verfolgt. „Seitens religiöser oder okkulter Bewegungen ergeben sich keinerlei derartiger formal zu beanstandenden Delikte“, schreibt das Dps. „Einige gerichtliche Initiativen gegen satanistische Gruppen haben zum Freispruch aller Angeklagten geführt, während andere noch geklärt werden.“ Das Dps bezieht sich im ersten Fall auf den Prozess, in dem Marco Dimitri und die Kinder des Satans angeklagt wurden, und im zweiten auf den Selbstmord von Paolo Pannuzzo, dessen Zusammenhang mit der angeblichen Zugehörigkeit zu einer Sekte mir nicht nachgewiesen scheint. Jeder, der andere Informationen darüber hat, sollte mir dies mitteilen.

Die Bewertung des Innenministeriums missfällt den Fachleuten für rituelle Verbrechen, wobei sie letztere als Beweis für eine seit 1998 nie geheilte Legis vacatio ansehen und den Bericht als überholt brandmarken, der bis heute von „einer ganz anderen Realität“ eingeholt wurde.

Da die offiziellen Daten infrage gestellt werden, liegt es in meiner Verantwortung, die Gründe derjenigen zu berücksichtigen, die eine andere Lesart anbieten. Diese erste Operation erweist sich jedoch bereits als schwieriger als erwartet. Bevor gefragt wird, wie viele satanische rituelle Morde in Italien und auf der ganzen Welt festgestellt wurden, muss eine kriminologische Klassifizierung dieser Tötungsdelikte erfolgen, um festzustellen, was einen satanistischen Mord von einem rituellen und von einem „einfachen“ Mord unterscheidet.

Luigi Corvaglia

Da meine Fähigkeiten als Journalistin und Kriminologin beim Thema „Ritualmord“ nur einen bestimmten Punkt erreichen, wendete ich mich an Luigi Corvaglia, dem Präsidenten des Zentrums für psychologische Missbrauchsstudien (Cesap). Ich bin auf seinen Namen aufmerksam geworden, als ich in Panorama einen Artikel mit dem Titel Ritualmorde las. Der am 15.2.2018 veröffentlichte Artikel geht darauf ein, was sie sind und wer sie begeht. Er wurde in einer Phase verfasst, in der es laut Autor erforderlich war, auf die Bestätigung des Mordes an Pamela Mastropietro (der am 30. Januar geschah) zu warten, der evtl. „als ritueller Mord definiert werden“ konnte. Einige Teile des Interviews mit Corvaglia schienen mir interessant zu sein, andere ließen mich verblüfft zurück und führten zu anderen Fragen. Als ich mich entschied, ihn zu kontaktieren, war ich schon sehr ratlos. Ich befürchtete, dass sich Corvaglia, als Vertreter einer im Bereich der Sektenbekämpfung tätigen Institution, zu sehr mit der Gedankenwelt des satanistischen Booms auf Kriegsfuß steht.

Bevor ich mit dem Interview beginne, fühle ich mich zur Klarstellung verpflichtet, dass meine Arbeit darin besteht, Fälle zu entlarven, in denen die Medien den Satanismus nutzen, um mehr Exemplare zu verkaufen, und die Ermittler um ihre wackeligen Ermittlungssysteme zu stützen. Er ist aber ebenso besorgt wie ich, macht deutlich, dass er keine makabren Details oder unaussprechlichen schockierenden Wahrheiten zu bieten hat, die mich dazu bringen, einen achtspaltigen Artikel und Millionen von Klicks im Web zu verfassen. Es wäre aber ein Austausch möglich, der allein schon viel von der Arbeit des Journalisten und Kriminologen in diesen Zeiten erzählen würde, die zu ihrer Ausübung verdammt sind …

„Ritueller Mord – erklärt mir Corvaglia – wird von einer Person oder einer Gruppe von Personen begangen, die einen oder mehrere Menschen, die sogenannte Opfer töten, um sie einem übernatürlichen Wesen als Opfer anzubieten, als Gegenleistung für spirituelle Vorteile oder irdische Gewinne.“

In diesem Rahmen ist der satanische rituelle Mord „im Vergleich zu allen anderen residual und absolut in der Minderheit“. Um dies an einem Beispiel deutlich zu machen, bezieht sich Corvaglia, auf „die Morde, die von mexikanischen Drogenhändlern begangen wurden, die dem Kult „Santa Muerte“ angehören. Viele dieser Morde geschahen in diesem Jahr allein nur in der Region Ciudad Juarez, und sie waren alle mit diesem Kult verbunden, der präkolumbianische Überzeugungen und Katholizismus verbindet“.

Eine Sichtweise, die mich schon verblüfft.

Juarez ist, nachdem, was ich im Kopf habe, die Stadt der Feminizide, ein Phänomen, bei dem mir das einzig Rituelle immer in der patriarchalischen und Gewalt der Machos auftauchte. Es geht aber um den Beobachtungswinkel, um Linsen, die auf eine Realität fokussiert werden, die keine klaren Grenzen annehmen will. Laut Fabrizio Lorusso ist die Definition der Juarez-Morde als Menschenopfer für die Santa Muerte „ein plumper Versuch, um die Aufmerksamkeit abzulenken“. Sie hat nichts mit investigativem Journalismus zu tun, sondern mit „der Kunst, Ereignisse und verschiedene Kriege zu vermischen“, um eine Nachrichtensuppe alla Jalapeño Chili zuzubereiten“.

Eine wie ich abgelenkte Beobachterin, die mit Pop-Subkultur getränkt ist, lese und erzähle die „Madonna von El Chapo“ wie diejenigen, die die mexikanische Realität kennen, die nach Lorusso die Santa Muerte „nicht unbedingt Beschützerin der Kriminellen ist, und sie ist auch nicht mit Ritualen verbunden, in denen Menschenopfer gebracht werden. Santa Muerte ist ein „populärer Ritus der Verehrung, der in den Armenvierteln heranwächst, in denen Risiko und Tod das tägliche Brot sind und der ebenso einer traditionellen bäuerlichen Welt entspringt“. Es ist „ein Kult, der seit Jahrzehnten vielleicht seit Jahrhunderten in Familien verbreitet und von Patriarchen und Matriarchen eifersüchtig bewacht wird“, daher „ist es nicht ausgeschlossen, dass einige Schamanen und Zauberer gegen Bezahlung die Statue der Muerte für ihre Rituale verwenden, ebenso wie auch einige bekannte Kriminelle, die in der Vergangenheit verhaftet wurden (u. a. The Ear Clipper, Mochaorejas und Osiel Càrdenas, Chef des Golfkartells), aber dies hat wenig mit dem Volkskult zu tun, der um sie stattfindet“.

Das Phänomen der Santa Muerte, ein Interview mit Fabrizio Lorusso

Das mexikanische Beispiel macht deutlich, dass je weniger ein Phänomen bekannt ist, kriminologisch – aber nicht nur – die Wahrscheinlichkeit groß ist, es ohne Grundlage als satanisches Ritual zu lesen. Um Lorusso noch einmal zu zitieren: „Wir konzentrieren uns auf einige Fälle, ohne etwas zu erklären und vergessen den Rahmen.“ Wir werden zum klassischen Beispiel eines Tastaturreporters, der von seinem Schreibtisch aus über die unergründlichen Geheimnisse des Universums nachdenkt und, wo er sie nicht findet, eine Erzählung liest, die ihre Existenz beschwört (die Schatten!).

Um zu verstehen, ob ein wirklicher ritueller Horror im Haufen gefälschter satanischer Fälle lauert, muss ich mich an die italienische Realität halten, die ich gut kenne und mit wissenschaftlicher Methodik fortfahren. Ich gehe also aus von den Alleinstellungsmerkmalen des satanistischen Mordes und erneut beziehe ich mich auf Zahlen, die validiert werden können.

Corvaglia erklärt mir zunächst, dass schwarze Magie und Satanismus nicht verwechselt werden dürfen und dass es, wenn man will, Elemente gibt, die das Verbrechen charakterisieren, das Gruppen von Satanisten oder Pseudo-Gruppen zugeschrieben werden kann. „In Mordfällen befindet sich der Tatort aufgrund seiner symbolischen Funktion häufig im Freien und in unmittelbarer Nähe von Wasserquellen, und die Ikonografie ist ziemlich explizit: Pentagramme, 666, schwarze Kerzen usw.“. Dann gibt es Elemente, die sich auf das Datum beziehen, „weil kriminelle Satanisten an bestimmten Tagen im Jahr operieren, insbesondere am Samstagabend“.

Die Satanisten töten daher samstags und mit der Gunst der Dunkelheit säen sie den Tatort auch mit Symbolen, die jeder interpretieren kann, wie zum Beispiel die Zahl der Bestie. Ein Verhalten, das mir in offenem Gegensatz zu dem Konzept der Esoterik zu stehen scheint, basierend auf der Nichtoffenlegung der Wahrheiten des Kultes gegenüber dem Laien und geschützt durch komplizierte Verschlüsselung, was zumindest komplexer als die Ziege und die schwarzen Kerzen ist.

Die Zahlen der Bestie

Ich lege das „Wie“ für eine Weile beiseite und suche wieder nach meinen „verfluchten“ Zahlen. Corvaglia unterbricht mich jedoch sofort: „Ich vertraue den Zahlen nie, weil ihre Bewertung von den Grenzen abhängt, die wir dem Begriff“ ritueller Mord „geben. Was meinen wir zum Beispiel, wenn wir über etablierte Fälle sprechen? Die von einem Kriminologen „verifizierten“ oder die von den Gerichten verifizierten? „Und noch einmal: waren die Verbrechen der Familie Charles Manson rituelle Morde? Und wenn ja, firmieren sie unter satanisch?“

Die satanischen Ritualverbrechen der zweiten Art, die von der Justiz bestätigt werden, seien „sehr wenige“ Geschätzt sind es „ein paar Dutzend pro Jahr auf der ganzen Welt“. Corvaglia definiert sie als „eine winzige Minderheit, unter Berücksichtigung dessen, was in Afrika noch passiert. Und vielleicht nicht nur das. Es scheint, dass einige mit der nigerianischen Mafia verbundene Banden (zum Beispiel die Schwarze Axt) Anthropophagie praktizieren, da der Verzehr von menschlichem Fleisch magische Auswirkungen hat.“

Selbst wenn (wenn!) dem „Vielleicht“ und dem „Es scheint“ ein reales Ereignis entspricht, wäre es aber immer noch ein marginales Phänomen, das kaum von Bedeutung ist.

Ich versuche, das Feld auf das Belpaese zu beschränken. Hier können die Zahlen nicht „riskant“ sein. Corvaglia erwähnt einige etablierte Fälle aus dem Gedächtnis, die alle mit dem «jugendlichen Satanismus» in Verbindung gebracht werden können, der gemeinhin als „Säure“ definiert wird. Der umstrittene Fall der Bestien des Satans in der Region Varese, der Mord an der Nonne aus Chiavenna in der Region Como [Schwester Maria Laura Mainetti, ermordet im Jahr 2000, Hrsg.] Und der der Studentin aus Castelluccio dei Sauri im Dauno-Apennin [Nadia Roccia, 1998 getötet, Ed. ].“

Diese Fälle, erklärt Corvaglia, vereinen nicht so sehr die esoterisch-satanische Matrix, sondern die persönliche und soziologische Nähe derjenigen, die die Verbrechen begangen haben: „sehr jung“, ein Leben „in tiefen provinziellen Zusammenhängen“ und „abgehängt von jeglicher Zugehörigkeit zu organisierten satanischen Kirchen“.

Kurz gesagt, die einzigen Fälle, die sicher mit dem Phänomen in Verbindung gebracht werden könnten, helfen nicht, es zu definieren und zu quantifizieren. Ermutigend …

Ich bestehe darauf, dass ein weltweites kriminologisches Phänomen von jemandem klassifiziert wurde, vielleicht auch von jemand außerhalb Italiens, wo forensische Studien weiter entwickelt sind. Corvaglia zitiert das Institut für Forschung zu organisierter und ritueller Gewalt in Pennsylvania. Die „wichtigste Datenbank der Welt“, die, warnt er mich, „der Realität des amerikanischen Kontinents offensichtlich mehr Aufmerksamkeit schenkt als Italien“. Aus diesem Grund sollte ich mich nicht wundern, wenn kein italienischer Fall angezeigt wird. Oder dass sie Zahlen auswirft, die niedriger sind als die von ihm Angegebenen. Augenblicklich sei es schwierig zu erfahren, wie viele Satanisten es gibt, „weil die Gruppen nicht registriert werden können“.

Woher kommen übrigens die Daten über die Anhänger? Laut Corvaglia „aus der satanistischen Umgebung selbst“. In Bezug auf die italienischen Zahlen wagt er diesmal jedoch etwas mehr: „Es ist bekannt, dass die größte Konzentration von Satanisten im Nordwesten liegt, doch die Schätzung derjenigen, die zu den beiden einzigen Kirchen Satans in Turin gehören, variiert je nach Fall zwischen 40.000 und einigen Dutzend von Gelehrten und wahrscheinlich von ihren Interessen und Zwecken. Die Listen, die in verschiedenen Veröffentlichungen verbreitet werden, sind alle veraltet. Dazu gehören aufgegebene Gruppen, es fehlen aber die neu gegründeten“.

„Aus den uns bekannten Gruppen – so Corvaglia – scheint es keine Täter bei den uns bekannten Verbrechen zu geben. Natürlich können diejenigen, die Marcello Truzzi als „traditionelle Satanisten“ und vor allem aber auch als Scharlatane definiert, Gruppen organisieren, die Verbrechen wie verunglimpfende und okkultistische Handlungen an Leichen, Gewalt, Induktion, Begünstigung und Ausbeutung der Prostitution sowie Verleitung zum Selbstmord begehen. Dieselben Verbrechen werden oft den „sauren“ Satanisten vorgeworfen. Während einige der Letzteren wegen ähnlicher Verbrechen verurteilt wurden, endete der einzige italienische Gerichtsprozess gegen eine organisierte Gruppe, der gegen die Kinder Satans, mit einem Freispruch.“

In der Soziologie und Kriminologie ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Wissenschaftler in den quantitativen Lesarten eines Phänomens nicht einig sind und sich häufig in zwei Fraktionen aufteilen. Die apokalyptische davon ist überzeugt, dass die Anzahl der bestätigten Fälle aufgrund fehlender Anzeigen und mangelnder Datenerhebung viel geringer ist als die tatsächliche. Der exakten Darstellung würde die sogenannte „dunkle Zahl“ fehlen, die die Statistik in die Höhe schnellen lassen würde.

Die ihnen entgegengesetzte skeptische Fraktion reduziert alles auf eine Medienblase, die mit Schlagzeilen und exklusiven Nachrichten gefüllt ist, die im besten Fall mit einer Handvoll realer Ereignisse beginnt.

Bei satanischen Verbrechen ist diese Lücke jedoch äußerst extrem.

Ich vertraue darauf, Antworten in Pennsylvania oder zumindest in seiner virtuellen Version zu finden.

Experten ohne Titel und Geisterdatenbank

Corvaglia ist nicht der Einzige, der mir von diesem amerikanischen Forschungszentrum erzählt. Es wird mir auch als mögliche Quelle die von Luigi Cavallo angegeben, dem Kriminologen und Erforscher des Satanismus, sowie Autor zur Forschung und zur Erkennung des Tatorts mit satanischem Hintergrund, Unterschiede zwischen „saurem“ Satanismus und okkultistischem Satanismus, 2016 von ihm auf dem XXX. Nationalen Kongress der italienischen Gesellschaft für Kriminologie vorgestellt.

Cavallos Meinung ist, dass wir dem Phänomen des Satanismus „mehr Bedeutung beimessen“ sollten, „weil die Dunkelziffer sektiererischer Verbrechen sehr hoch ist und uns vielleicht ein Beispiel an den Vereinigten Staaten von Amerika nehmen, wo es eine spezialisierte Agentur gibt, die Teil des FBI ist, die den Hintergrund ritueller Verbrechen, die anscheinend kein Motiv haben, analysiert.

Die spezialisierte Agentur ist eben das schon erwähnte „Institute for Research of Organized and Ritual Violence„. Eine schnelle Suche reicht jedoch aus, um festzustellen, dass es sich nicht um eine Behörde handelt, die Teil des Federal Bureau of Investigation ist. Für das FBI hat es nur einige Beratungen durchgeführt. Es gibt nicht einmal eine offizielle Website der Institution, nur viele Zitate wie auch Erwähnungen von Fachpublikationen und es gibt den Namen von Dawn Perlmutter, der Direktorin des Instituts. In einem Vice-Artikel von 2015 wird Perlmutter als Ritualmord-Expertin zu einem mutmaßlichen dreifachen Ritualmord in Pensacola interviewt. Vermutlich, weil der örtliche Sheriff David Morgan dies während einer Pressekonferenz so bezeichnete, indem er kurz und bündig sagte: „Das ist Hexerei.“

Als Allie Conti von Vice sie fragt, ob rituelle Morde häufiger vorkommen als man gemeinhin denkt, antwortet Dawn Perlmutter fest: „Ich habe an Fällen in Ohio, Florida und New York gearbeitet. Sie sind international und nicht spezifisch für ländliche Gebiete oder Städte. Sie können überall passieren“. Eine Aussage, die sowohl den Apokalyptikern (haben Sie gehört? „Überall“!) als auch den Skeptikern („Überall“ ist eine andere Art zu sagen, nirgends identifiziert oder identifizierbar) gefällt.

Wieder einmal gibt es keine Zahlen. Perlmutter erweitert das Feld auf rituelle Tötungen und behauptet, an „Dutzenden von Fällen“ gearbeitet und in darauf bezogenen Gerichtsprozessen ausgesagt zu haben. „Statistisch gesehen – argumentiert sie – glaube ich nicht, dass sie so häufig sind wie Banküberfälle, aber sie sind sicherlich häufiger als Serienmorde.“

Die Angaben des Serial Killer Database Research Project, das aus der gemeinsamen Arbeit zweier US-amerikanischer Universitäten, der Radford University und der Florida Gulf Coast University, hervorgegangen ist, ergeben die seit 2015 erhobenen Daten weltweit 4.068 Serienmörder, die für den Tod von 11.680 Menschen verantwortlich sind.

Laut Perlmutter wäre die Zahl der Opfer ritueller Gewalt sogar noch höher. Der Weg, sie zu erkennen, besteht darin, auf das Vorhandensein von Symbolen zu achten, die auf dem Körper eingraviert oder auf den Boden gemalt sind, auf die besondere Positionierung und Manipulation von Leichen, auf das Zusammentreffen mit Daten oder Feiertagen, die für bestimmte religiöse Überzeugungen relevant sind. Leider gibt es keine Datenbank, um dies zu überprüfen. Die Website des Perlmutter-Forschungsinstituts, auf der sie verfügbar sein sollte, war bei jedem diesbezüglichen Suchversuch im Netz erfolglos.

Wir müssen der Erwähnung von Dawn Perlmutter als ausgebildete Expertin vertrauen. Ihre Qualifikation? Sie hat keine Ausbildung in Forensik oder Anthropologie, jedoch einen Master in Kunst an der American University. Sie ist außerordentliche Professorin im Forensic Medicine Program am Philadelphia Institute of Homeopathic Medicine sowie Mitglied der American Cold Case Investigation Society und der Vidocq Society, einer Organisation zur Aufklärung von Mordfällen und sie hat zwei Bücher geschrieben: Religiöser Terrorismus und rituelle Verbrechen und Symbole des Terrorismus.

Ihre Referenzen wurden daher „vor Ort“ erworben, auch wenn nicht klar ist, wie und wann. Darüber hinaus ist die Thematik derartig groß, da sich Permutter auch zusammen gleichzeitig mit Subkulturen wie Vampirismus, islamischem Terrorismus und sogar Satanismus und Terrorismus befasst.

Teufel und Sichel

Ich erinnere mich an einen Artikel, den ich vor einigen Jahren für ein italienisches Monatsmagazin geschrieben habe, das sich mit Mysterien befasst, über den ich auch in Tabloid Inferno gesprochen habe. Etwas jenseits der Grenzen des Grotesken, befasst er sich mit der Verschwörungsfantasie, die Satan als okkulten Puppenspieler des Angriffs auf die Zwillingstürme ansah. Eine Theorie, die ich nicht ernst nahm und in Form eines pseudojournalistischen Artikels abhandelte, der nur zum Überleben geschrieben wurde und Kanonaden schlecht versteckter Ironie enthielt. Und nun habe ich das ernsthafte Fach von Perlmutter betreten, ohne es zu bemerken.

Die extremistische islamische Position, dass die Vereinigten Staaten der „große Satan“ sind, die unzähligen Berichte über Satans Gesicht, die auf den Fotos des Rauches aus dem World Trade Center zu sehen sind, und die im Wesentlichen bösartige Natur dieses Aktes legen nahe, dass der Satanismus untersucht werden muss.

So schrieb Perlmutter über die immer noch heiße Asche von Ground Zero im Jahr 2001 und schuf eine Beziehung zwischen dschihadistischer und esoterischer Gewalt, die auf der Tatsache beruht, dass „das Konzept des Satanismus genauso verstörend, beängstigend und schwer fassbar ist wie das Konzept des Terrorismus“.

Für Veröffentlichungen wie diese, die sich als wissenschaftlich ausgeben, aber inhaltlich völlig amateurhaft sind, sprechen die von Perlmutter argwöhnisch Betrachteten, die aus offensichtlichen Gründen unter den Mitgliedern satanischer Gruppen im „hellen Licht der Sonne“ so reichlich zu finden sind, bei der Beurteilung ihrer Glaubwürdigkeit auf dem Gebiet der forensischen Wissenschaften (und auch der Terrorismusbekämpfung) nicht gerade für die Wissenschaftlichkeit. Diane Vera, Gründerin der New York City Satanists Discussion Group, hat im Rahmen ihrer Forschungen über Moral Panic im Zusammenhang mit dem Satanismus, dem Studium von Perlmutters Schriften und der Überprüfung ihrer Glaubwürdigkeit und der von ihr durchgeführten fachlichen Beratungen viel Zeit geopfert. Ihr Urteil darüber war 2006: „Es scheint mir nicht, dass Dawn Perlmutter eine wirklich wissenschaftliche Forschung über den Satanismus oder über eine der ‚dunklen‘ Subkulturen durchgeführt hat, denn ihre Aussagen über diese Subkulturen sind voll der gröbsten Fehler.“

Auf der Website der Gray Fraktion, eine virtuelle Realität, die vom Satanic Temple geschaffen wurde, um „den pseuodowissenschaftlichen mentalen Heilpraktiken ein Ende zu setzen“, die zur „satanischen Panik“ beitragen, lesen wir: „Wenn Dawn Perlmutter von einigen Menschen als Expertin für rituelle Morde angesehen wird, dann deshalb, weil sie sie sich als solche promotet, nicht weil sie echte Erfahrung auf dem Gebiet hat“.

Aus Pennsylvania scheint also keine Gewissheit zu kommen. Aber es gibt noch andere Experten, u. a. auch in Italien.

Das Fernsehen gibt die Zahlen. Spielen wir sie auf dem Turiner Rad durch.

Cavallo zitiert in erster Linie „Massimo Introvigne, Gründer und Direktor von Cesnur, Zentrum für Studien über neue Religionen“, Autor „von über siebzig Texten, von denen viele das Studium sektiererischer Kulte zum Gegenstand haben“. Unmittelbar danach berichtet er von Angelo Zappalà, „der einen sehr interessanten Text über rituelle Verbrechen veröffentlicht hat“ und von Don Aldo Buonaiuto, dem „Gründer des Anti-Kult-Dienstes innerhalb der Associazione Comunità Papa Giovanni XXIII, der denen konkrete Hilfe gibt, die aus einem ‚destruktiven Kult‘ herauskommen wollen.“

Diese Verpflichtung zur Hilfe veranlasste Buonaiuto dazu, die Komikerin Virginia Raffaele zu beschuldigen, Satan während eines harmlosen Sketches „fünfmal“ von der „Kanzel“ der 69. Ausgabe des Sanremo-Festivals angerufen zu haben. Sein Aufruf, nicht mit dem Teufel und über den Teufel zu scherzen, wurde sofort von der Politik aufgegriffen: „Unterschätzen wir nicht das Problem der satanischen Sekten mit all den damit verbundenen Problemen“, kommentierte Matteo Salvini, was von einer Senatorin der Lega Nord, Simone Pillon, so aufgegriffen wurde: „Es ist ziemlich fraglich, sich vor einem Publikum von Millionen Italienern, einschließlich Minderjähriger, über das Böse lustig zu machen und es anzurufen“.

Kurz gesagt, der Eindruck ist, dass es die Experten sind, die den Notfall schaffen, der die Experten aber nicht notwendig hat.

Doch zurück zu der Liste, die Cavallo für mich erstellt hat: übrig bleiben die „Agenten“, vom Anti-Kult-Team, „einer spezialisierter Abteilung der Staatspolizei, die sich aus Spezialisten verschiedener Sektoren zusammensetzt, und die sich mit Untersuchungen in der Szene des Verbrechens mit sektiererischen Elementen befasst“.

Ich konzentriere mich auf Massimo Introvigne. Nach den biografischen Angaben auf der Cesnur-Website ist Introvigne Rechtsanwalt, Experte für geistiges Eigentum, Professor für Religionsgeschichte, Berater der schwedischen Polizei und des FBI, Experte für Populärkultur. Er gründete Cespoc, hat an verschiedenen journalistischen Texten mitgearbeitet (bei Il Giornale, Il Foglio und La Stampa), ist Aktivist von Alleanza Cattolica und, wie in einem Interview mit La Stampa angegeben, auch Exorzist.

Nach dem Wechsel, zusammen mit dem Vatikankenner Giacomo Galeazzi, zur Tageszeitung La Stampa argumentiert er nun ebenso wie Corvaglia, dass es „unmöglich ist, die tatsächliche Anzahl der mehr oder weniger organisierten satanischen Sekten in Italien zu quantifizieren“. Andererseits, so stellt er klar, ist das Phänomen des Satanismus auf einen der „… moderaten Ebene“ zurückzuführen, für diese Sekten sei „der psychische Tod wichtiger als der physische“.

Wenn ich ihn also nach der Anzahl der bestätigten Fälle von satanischer Ritualmorde in der Welt frage, macht Introvigne das Feld frei von Zweifeln:

«Mit Ausnahme von etwa fünfzehn Fällen im 20. und 21. Jahrhundert (ich vernachlässige hier ältere Ereignisse) ist die Kategorie „satanischer ritueller Mord“ weit verbreitet. Die Fälle aber, in denen das Ritual-Opfer ein Motiv in seinem reinen Zustand darstellt, existieren fast nicht. Es gibt immer andere Gründe, wie Rivalität zwischen Führern derselben Gruppe, Drogenprobleme usw.».

Und so heißt es, auf Wiedersehen zu nehmen von der nigerianischen anthropophagen Mafia sowie den Drogenhändlern, die Frauen und Rivalen der Santa Muerte opfern. Bestätigung des Trends auf lokaler Ebene in Italien, „der einzig sichere Fall ist jener der gut bekannten Bestien des Satans“

Die Morde an Mariangela Pezzotta, Chiara Marino, Fabio Tollis und der Selbstmord zwischen Andrea Bontade, der zwischen 1998 und 2004 in der Region Varese stattfand, wurden 2007 definitiv der Gruppe Bestie di Satana zugeschrieben. Die Verbindungen zu anderen ungelösten Mordfällen zwischen Varese und Mailand, laut Medienrekonstruktion sogar achtzehn, haben nie zu einer Anklage gegen die verurteilten Mitglieder geführt, alles junge Menschen, die dem sogenannten „sauren Satanismus“ verfallen sind, dessen Klebstoff, schrieb Ferruccio Sansa in der Tageszeitung La Repubblica «war mehr Drogen und Alkohol als der Satan».

Wie bereits von Corvaglia betont wurde, beweist der Fall der Bestien Satans nicht so sehr die Bedrohung durch mehr oder weniger organisierte satanistische Gruppen, sondern eher die dramatische Erfahrung sozialer Marginalisierung, welche durch psychische Belastung und Drogenabhängigkeit gekennzeichnet ist.

Don Govoni von Verdächtigungen getötet – rehabilitiert durch die Verehrung der Leute

Dennoch wurde das satanistische Motiv in vielen Mordermittlungen nicht nur von der Presse, sondern auch von den Ermittlern ernst genommen. Introvigne selbst hat verschiedene Fachberatungen im Justizbereich durchgeführt. Im Fall der Verbrechen des Monsters von Florenz, bei denen „nach seinem Fachwissen“ das satanische Motiv „ausgeschlossen“ wurde, und trotz Gutachten für die Verteidigung von Don Giorgio Govoni im Fall der Teufel von Bassa Modena wurde es dennoch Mittelpunkt des Podcasts „Veleno“ bei der Tageszeitung La Repubblica.

„Leider – erinnert sich Introvigne – starb Don Govoni im Jahr 2000 an einem Herzinfarkt, der durch die schwerwiegenden und ungerechten Anschuldigungen, an satanischem Ritualmord und sexuellem Missbrauch teilgenommen zu haben, vernichtet wurde. Später wurde seine Unschuld durch rechtskräftige Urteile voll anerkannt.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die offiziellen Zahlen uns nur auf einen Fall verweisen und der nationale Hauptexperte in mindestens zwei Prozessen dazu beigetragen hat, die teuflische Spur auszuschließen. Woher kommt dann diese große Besorgnis über die satanischen Ritualmorde in Italien?

Ich denke an einen Satz von Corvaglia. „Jemand, der sich mit okkultistischer Symbologie beschäftigt, findet die überall. Ich erinnere mich an einen bekannten Fernsehkriminologen, der die „satanische Spur“ bei der Analyse der so begehrten Verbrechen in den italienischen Nachrichten nie verlässt, aber wie es heißt, haben die Patienten von Freudschen Analytikern Träume nach Freud, die von Jungianern haben Träume nach Jung … „

Und die Jäger der Satanisten? Verursachen sie esoterische Alpträume?

Schräge Geschichten über Luzifer

«Journalisten lernen in ihrem Geschäft schnell, „schräge“ Geschichten zu erfinden. Wenn sie einen Satz verdrehen und wesentliche Faktoren verschieben, lernen sie, wie eine einfache Zusammenfassung eines momentanen Ereignisses zu konstruieren ist, welche die Wahrheit nicht vollständig oder manchmal sogar etwas mehr davon wiedergibt».

Wenn es um Satanismus geht, gibt es keinen Journalisten, der sich zurücknimmt. Der Teufel, die Pentagramme, die schwarzen Messen, die Orgien und die Menschenopfer sind die Zutaten für die schrägsten Geschichten, die alle auf Erzählungen basieren, die gleichzeitig wortreich wie auch esoterisch, chronisch anspielend sind. Der Herausgeber der Zeitung Argus, Mr. Buck, Protagonist in der Erzählung von Cleve Cartmill, aus der das erste Zitat stammt, muss dies auf unangenehme Weise entdecken. Als sein Linotypist sich weigert, die Artikel der Ausgabe zu setzen, die Dr. Evan Scott, prominentes Mitglied der Gemeinde, betreffen, weil „er ein Sohn Satans ist“, denkt er es mit einem schlechten Witz oder dem Ergebnis einiger Gläser zu viel zu tun zu haben.

Kurz darauf taucht „der PR-Berater“ des Prinzen der Dunkelheit in der Redaktion auf, um „ein exklusives Interview“ zu geben und Buck muss schnell eine beunruhigende Wahrheit verdauen: „In den Ursprüngen der Zivilisation wurde ein internationales Unternehmen gegründet, das sich Söhne des Satans nannte“. Diejenigen, die ihm angehören, sind erfolgreich, zeigen aber kein auffälliges Wohlbefinden. Sie sind diejenigen, die sich als Vorbild bezeichnen, aber in Wirklichkeit „Neid, Unzufriedenheit und Unbehagen fördern“.

„[…] Ich möchte klarstellen, dass ich nicht daran glaube“, erklärt Buck nach der Offenbarung des Bösen, „und Sie müssen ebenfalls nicht daran glauben.“ Eine ganze Ausgabe des Argus wird vorbereitet, um die Nachrichten zu verbreiten, trotz einer obskuren Bedrohung, die der Zeitung bevorsteht. Der Gesandte des Teufels hat garantiert, dass, Nachrichten die aus der Zeitungsredaktion über Satans Kinder kommen oder über Personen, die bereit sind, sie zu verbreiten, ganz „gewissenhafte Sorgfalt“ erfahren. Eine dunkle Wand umgibt das Gebäude, die Druckmaschinen sind außer Betrieb und Buck bedient sich nach einer Konfrontation mit Satan selbst einer sublimen Täuschung: Menschen von der Existenz einer von ihm erfundenen Sekte zu überzeugen, ist die Methode sie mit Misstrauen und Hass auseinanderzubringen. „Ich bin froh, dass Sie nicht in Gefahr sind“, schreibt er seinen Lesern im neuesten Leitartikel, „Vorausgesetzt … Sie glauben nicht an die Existenz der Kinder Satans. Ich glaube nicht daran, ich wiederhole, ich glaube überhaupt nicht dran. Ihr müsst nicht daran glauben. Das müsst ihr nicht. Wenn ihr daran glaubt, werdet ihr eine Mauer um eure Häuser finden“.

Cartmill veröffentlicht im Jahr 1941 Today no News. Dabei greift er den perversen Effekt, den die Berichterstattung über satanische Schrecken in den Medien mit sich bringt, perfekt auf: Obwohl der Journalist im Namen der Beweisführung, der Ethik oder des Spottgefühls darauf achtet, die Phänomene, die er beschreibt, genau und als nicht real, aber zumindest als überprüfbar zu spezifizieren, erzeugen sie die Superstition. Die Worte, die in der Erzählung aufgelistet sind, sind die Zutaten zu einer unbeschreiblichen rituellen Magie. Sie materialisieren sich letztendlich im Leben derer, die sie lesen und weil sie sie lesen, können sie ihnen keinen Glauben schenken und genau aus diesem Grund glauben sie daran.

Wie jedes Ritual folgt die Magie den üblichen, sich wiederholenden, hämmernden Formeln. Das Haus des Schreckens, das verlassene Grab, die gekreuzigten schwarzen Katzen, die Lichter auf dem Friedhof, die vermissten Babys, die verletzten Jungfrauen, die Tierorgien, die Blutopfer. Die Kombination mag sich ändern, aber die Geschichte, welche die Wand heraufbeschwört, bleibt immer dieselbe.

Ein Satanist, der Mussolini zur Weißglut trieb

Aleister Crowley

Eine Zeitreise nach 1923 hilft dem Verständnis. In Cefalù, Sizilien, baut Aleister Crowley, der Vater des modernen Satanismus, seit drei Jahren seinen Mythos vom „Großen Tier“ auf, stört die lokale Gemeinschaft und zieht die Aufmerksamkeit der nationalen Behörden auf sich. Die von Baron La Calce gemietete Villa ist zur Abtei von Thelema geworden, dem Zentrum einer libertären Gemeinschaft für die spirituelle Erhebung, wo über nudistische Praktiken, Sexzeremonien und die mutmaßlichen Opfer von Säuglingen gesprochen wird.

Der Skandal springt von Sizilien nach England zurück, nachdem einer der Gäste, der britische Raoul Loveday, dem Sunday-Express von seiner Frau Betty May makabre Details wie der Aufnahme von Katzenblut während eines esoterischen Rituals berichtete. Die öffentliche Meinung ist vom Atlantik bis zum Mittelmeer empört und Mussolini verfügt über die Ausweisung von Crowley, „nachdem er – wie wir in dem über ihn erstellten Bericht lesen – festgestellt hat, dass in seiner Villa Riten abgehalten wurden, die auf Praktiken der Obszönität und sexuellen Perversion beruhen, an denen sich drei weitere mit ihm liierten Ausländerinnen beteiligten“.

Nach Crowleys Abreise wird die Abtei weiterhin überwacht. Ein Bericht des Polizeipräsidenten hilft zu verstehen, warum:

„Die politische Polizei berichtete, dass aus dem Haus des Crowley in Cefalù verleumderische Nachrichten über die Bedingungen des faschistischen Italien in Umlauf gebracht wurden, Nachrichten, die vom speziellen Geheimdienst des englischen Außenministeriums gesammelt und in einigen Zeitungen veröffentlicht wurden.“

Kurz gesagt, Crowley hätte den antifaschistischen Satanismus hervorgebracht. Richtig oder nicht – es gibt auch eine Legende, nach der Crowley Mussolini vergeblich für seine Sache einnehmen wollte – in der Thelema-Affäre gibt es bereits alle Zutaten der zukünftigen satanischen Berichterstattung, einschließlich der Rolle der brandheißen Berichte der Boulevardzeitungen sowie der Duldung durch die Polizei und der Nähe zum Terrorismus.

„Die italienische Polizei muss einen ziemlich begründeten Verdacht über die Art von Zeremonien in der Abtei gehabt haben, aber sie waren äußerst tolerant und wurden gut bezahlt, um ihren Verdacht für sich zu behalten. Es hat sie also nie gestört. Aber ich bin sicher, sie hätte eingegriffen, wenn sie nur eine vage Witterung von Menschenopfern gehabt hätte.“

Dennis Wheatley (1987-1977)

Dies meinte Colonel Verney, ein okkulter Ermittler, im Roman The Black Priest des Horrorautors Dennis Wheatley, der versucht das Geständnis eines Geistlichen zu enträtseln, der der rituellen Verbrechen verdächtigt wird und sich als einer von Crowleys Anhängern aus der Cefalù-Gemeinde ausgibt. „Nachdem ich gegangen war – prahlte Verney – hörte ich, dass ein oder zwei Kinder aus den Nachbargemeinden verschwunden waren, aber ich neige dazu zu glauben, dass es nur böswilliger Klatsch war.“

Verney blufft und bringt das Gespräch über gekreuzigte Affen auf die Bestätigung von Ritualen, an denen er noch nie teilgenommen hätte. Sein Gesprächspartner bringt ihn zum Schaudern und erhöht den Einsatz: „Auf dem Höhepunkt dieser Rituale gibt es nichts Effektiveres als das heiße Blut eines Neugeborenen“. Das lang erwartete Geständnis war da, aber es ist nutzlos. Wer kann sagen, dass es nicht durch Verneys erfundenes Gespräch ausgelöst wurde? Vielleicht spielt der Verdächtige auch Katz und Maus mit ihm. In der letzten Zeile wird der Leser von einem Unwohlsein befallen, er weiß nicht, wem er glauben soll und ob er an dem Jäger der Satanisten oder dem angeblichen Adepten zweifeln soll.

Während Cartmill das Thema aus journalistischer Sicht angeht, vertritt Wheatley den Ansatz eines heutigen „Experten“ für satanische Verbrechen oder vielleicht eines Kriminologen. Es ist eine hybride Erzählung, in der er – ohne es zu offenbaren – die Natur der hyperrealistischen Geschichten des Satanismus enthüllt, für die er weltweit berühmt ist. „Mein praktisches Wissen über schwarze Magie ist absolut gleich Null“, erklärte er, „und, bis heute habe ich noch nie eine okkulte Zeremonie erlebt, weil ich sie für zu gefährlich halte.“

Wheatleys satanische Berichte sind nicht nur aus der Perspektive einer Analyse der Populärkultur interessant, die aus der Mode des Satanismus hervorgegangen ist. Bewusst oder unbewusst sind Dutzende von Chronisten in ihren Reportagen über „rekonstruierte“ Rituale in die Fußstapfen des englischen Schriftstellers getreten, ausgehend von Gerüchten oder Vorstellungen, die bei der Lektüre „alter Abhandlungen“ und der Überarbeitung „langer Chats mit berühmten Okkultisten“ (Wheatleys Arbeitsweise) entstanden sind. Pinketts Erfahrung bei der Untersuchung der Kinder Satans birgt das Risiko, dass die pseudoliterarische Erzählung des Lebens innerhalb einer esoterischen Gruppe wörtlich genommen wird, da sie in die Gerichtsdokumente aufgenommen wurde.

Und gerade mit diesen wollen wir uns befassen.

Ende Folge 1 von 3 – Die weiteren Folgen werden hier sukzessive als Übersetzung erscheinen.

1. Zum Tweet: Simone di Stefano (leitender Faschist der Bewegung Casa Pound) // Text: „Notwendige Klarstellung: Ich bin gegen die Todesstrafe, weil ich glaube, dass eine lebenslange Freiheitsstrafe schlimmer als die Todesstrafe ist. Die könnte für den Schuldigen sogar eine Befreiung bedeuten. Angesichts von Verbrechen wie die an dem Mädchen nach Ritus Voodoo begangene Zerstückelung, die von Wesen begangen wurde…“ //

2. Dps=Dipartimento di publica sicurezza/Ministerium für öffentliche Sicherheit

3. Legis vacatio: eine im italienischen Recht ausstehende Rechtsnorm, deren Zeitpunkt des Inkrafttretens zunächst oder auf unbestimmte Zeit vakant bleibt.

4. Anmerkung d.Ü. Erinnern wir uns: Matteo Salvini, es ist noch nicht so lange her, war 2018/19 Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident in der links und rechts-populistischen Regierung Conte, welche von der rassistischen und xenophoben Partei Salvinis, der Lega Nord und der 5-Sterne Bewegung gebildet wurde.

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