Zum Abschluss der Streikwoche nochmals 8.000 im Ausstand

Stuttgart, 27. März 2014

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Am letzten Streiktag vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde Anfang nächster Woche in Potsdam folgten heute nochmals 8.000 Beschäftigte – deutlich mehr als erwartet – dem Aufruf von ver.di und legten die Arbeit nieder. Der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske sprach am Morgen auf einer Kundgebung in Mannheim vor rund 2.000 Streikenden.
Am Mittag wies Bsirske in Freiburg vor 3.000 Teilnehmern, die mit über 20 Bussen aus den westlichen und südlichen Landesteilen gekommen waren, die Drohungen der Arbeitgeber mit Privatisierungen zurück: „Es hat sich gezeigt: Privatisierung ist oft teurer und schlechter.“

Eine dritte größere Kundgebung mit 3.000 Teilnehmern fand in Ulm statt. Die ver.di Landesbezirksleiterin Leni Breymaier forderte dort die Arbeitgeber auf, nächste Woche die notwendigen Schritte auf die Beschäftigten zu zugehen: „Das Signal der Streikenden ist eindeutig: Deutliche Einkommenssteigerungen mit sozialer Komponente. So kann es einen Abschluss geben.“

Betroffen waren außer dem Nahverkehr wieder alle Bereiche des öffentlichen Dienstes. Damit endet die zweite Streikwoche in Baden-Württemberg, an der sich seit Montag insgesamt über 20.000 Beschäftigte beteiligt hatten.

Gestreikt wurde heute unter anderem in Ulm und Neu-Ulm, Aalen, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim und Ellwangen sowie Oberschwaben. In Mannheim und Heidelberg, Karlsruhe, Rastatt, Ettlingen, Gaggenau und Bruchsal. In Konstanz, Villingen-Schwenningen, Radolfzell, Singen und in Südbaden.

Dagmar Schorsch-Brandt, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin, sagte heute in Freiburg mit Blick auf den dortigen Oberbürgermeister und Arbeitgebervertreter Salomon (Salomon ist Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) Baden-Württemberg und Vize-Präsident des Städtetags Baden-Württemberg):
„Wir erwarten von Ihnen, Dr. Salomon, dass sie die Lage der baden-württembergischen kommunalen Beschäftigten in die Verhandlungen einbringen. Wer trotz guter Qualifikation seine Familie von seinem Gehalt nicht mehr ernähren kann, braucht eine spürbare Entgeltsteigerung. Die Beschäftigten haben durch ihre starke Beteiligung an den Warnstreiks ihre Erwartung klar und deutlich gezeigt.“

ver.di fordert eine Anhebung der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Für den Nahverkehr soll es darüber hinaus eine Zulage von 70 Euro monatlich geben, in den Krankenhäusern sollen die Nachtzuschläge von 15 Prozent auf das Niveau der Nachtzuschläge im TVöD (20 Prozent) angehoben werden. Gleichzeitig will ver.di mit den Arbeitgebern über einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen für alle Beschäftigten sowie über den Ausschluss von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen sprechen. Das Ergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten beim Bund übertragen werden.

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