Polizeieinsatz gegen demonstrierende Minenarbeiter in Madrid

Il Manifesto, 1.6.2012, Orsola Casagrande

übersetzt v. G.Melle

minatori madrid 30.5.2012Minenarbeiter drei Tage im Streik gegen die Kürzungen der Regierung Rajoy. Zwei Arbeiter verhaftet. So endete die friedliche  Demonstration. "Die Reaktion der Polizei war übertrieben",  lautet der Vorwurf der Demonstranten.

Mit einem heftigen Polizeieinsatz und zwei verhafteten Arbeitern endete gestern (31.05.2012) die nationale Demonstration der Minenarbeiter in Madrid. Die Gewerkschaft erklärte, dass die Verhaftungen wie auch der Einsatz "völlig ungerechtfertigt" gewesen seien, denn die über zehntausend Minenarbeiter zählende Demonstration ist friedlich gewesen und die Reaktion der Polizei  übertrieben.

Die gestrige große Demonstration stand als Abschluss einer zweiwöchigen Mobilisierung mit einem dreitägigen Streik gegen die Kürzungen des Partido Popular unter Mariano Rajoy, eine Politik der Einschnitte, so der Vorwurf, der die Minenregionen in die Knie zwingt. Es wird tatsächlich von einer Kürzung der Geldmittel von 703 auf 253 Millionen Euro gesprochen. Die Zuschüsse für die Unternehmen werden von 301 auf 111 Euro gekürzt und eine drastische Verringerung der Geldmittel gibt es bei der Infrastruktur und der Ausbildung (von 56 auf 2 Millionen Euro) Die Geldmittel für Sicherheit sollen vollständig annulliert werden (bei 12 Millionen Euro 2011).

Die Einschnitte betreffen 47 Minen in fünf verschiedenen Regionen mit insgesamt 8000 Arbeitern. Besonders betroffen wären die Regionen Asturiens (15 Minen mit insgesamt 4000 Arbeitern) und Castilla y Leon mit 24 Minen und 3000 Arbeitern.

Die Gewerkschaften Comisiones Obreras und Ugt (Union General de Trabajadores), die den dreitägigen Streik und die Demonstration  organisierten, machen sich keine Illusionen über die Verhandlungsbereitschaft der Regierung, die bisher keine konkreten Vorschläge machte. Die Minenarbeiter sind deshalb seit gestern in permanenter Mobilisierung: nach vier Tagen der völligen Stilllegung der Minen bereiten sie ab heute neue Demonstrationen und Streiks vor. Sie sind entschlossen weiterzumachen, bis die Regierung den Rückwärtsgang einlegen wird. "Das Problem", sagen die Gewerkschaften, "sind nicht nur die Zahlen: Minenschließungen bedeutet den Jungen die Zukunft in einem Moment zu verbauen, wo die Krise am schwersten ist", Aragon, Laciana,

Die Demonstration begann am Stadion Bernabeu und fand ihren Abschluss gegenüber dem Industrieministerium. Sie war laut und farbig. Die Minenarbeiter zündeten Petarden und intonierten Slogans wie "Weniger Bänker mehr Minenarbeiter". Zu Tausenden kamen sie aus allen Minenregionen: aus Asturien, Castilla y Leon, Aragon, Laciana, Valenzia. Sie kamen mit dem Bus, im Privatauto und sogar mit zwei Ambulanzen (die Asturier), die an der Demonstrationspitze fuhren.

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