DGB: 1.Mai in Offenburg

Mehr als 400 Gewerkschafter/innen beteiligten sich an der Maidemonstration und am anschließenden Maifest in der Oststadt heißt es in der Lokalpresse:

Wie gehabt und jedes Jahr: eine Familienfeier. Nachdem vergessen ist, dass Hartz IV von Rot/Grün verbrochen wurde, traut sich die linke neoliberale Rechte fast schon unverschämt auffallend an den Tatort ihres Verbrechens: die Demontage der Arbeiterbewegung. 10 Jahre Agenda 2010 ist kein Thema am 1. Mai. Was wohl die ins Grüne und Blaue vorbeiziehenden Passanten denken (wenn sie was denken)? Sagen wir mal so, sie könnten denken, dass diese magere zahlenmäßige Einheitlichkeit der Reihen darauf hinweist, dass von dem Haufen nicht viel zu erwarten ist. Erst hat die linke neoliberale Rechte mit Hartz IV Billiglöhne und Präkariat geschaffen und nun schreien sie mit  im gewerkschaftlichen Chor nach gerechten Löhnen und Arbeit für Europa. Was gerechte Löhne sind, das hatte die Arbeiterbewegung schon vor zweihundert Jahren begriffen: nur ein Phantom, denn jeder Lohn, egal oben oder unten, sagt nur etwas über das Verhältnis der Ausbeutung aus und die mittlerweile recht einfallsreiche Hierarchie der Tarife, zementiert die Spaltung der Belegschaften. 6,5% mehr Lohn bei der Putzfrau sind Brosamen gegenüber 6,5 % beim Ingenieur im öffentlichen Dienst. Hätte verdi beispielsweise die Floskel vom gerechten Lohn ernst genommen, dann wäre der Kampf um die Sozialklausel in der Tarifrunde Öffentlicher Dienst (“mindestens 200 Euro”) entschieden geführt worden. Ja, man spricht darüber unter sich bei der Demo aber die Sekretärin, die redet und redet und redet davon, dass wir alle in einem Boot sitzen oder uns nicht spalten lassen dürfen. Was für ein Gequake. Bei der Spaltung der gewerkschaftlichen Reihen, bei der heutigen Politik der Armutsproduktion spielen die Gewerkschaftsfürsten ihre gute Rolle. Sie haben nichts dafür getan, um Hartz IV zu verhindern und sie schreien heute nach gerechter Entlohnung, weil sie ihre eigenen Pfründe als gerecht erachten. Gerecht geht anders!

Und dann: Gute Arbeit für Europa. Mal sehen, was dabei herauskommt, wenn das sozialdemokratisch-grüne Hartz IV-Modell in Europa umgesetzt wird: “So haben wir das nicht gewollt!” (Originalton Gewerkschafter/innen, die in der Hartz IV Kommission saßen).

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