Die faulen griechischen Ouzo-Säufer und Olivenkern-Spucker

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Der amerikanische Schriftsteller und Investigativjournalist Greg Palast, Mitarbeiter bei BBC, Observer und Guardian, ist Experte für kommerzielle Betrügereien und Finanzskandale.

Er schrieb für die linke amerikanische Zeitschrift In These Times einen Artikel über die spekulativen Machenschaften von Goldman-Sachs (How Goldman Sacked Greece).

Nur ein Scherz Die Lüge

Was haben die uns erzählt? Die Wirtschaft Griechenlands sei zusammengekracht, weil eine Bande Olivenkern-Spucker, Ouzo-Säufer und faule Ärsche sich weigern, am Tag voll zu arbeiten, dass sie in vorgezogene Luxusrente gehen und überaus teure soziale staatliche Leistungen erhalten, die durch Schulden finanziert werden. Nachdem sie nun die Rechnung präsentiert bekamen und höhere Steuern und Einschnitte im Welfare anstehen, rennen sie schreiend auf die Straße, schlagen Fensterscheiben ein und stecken Banken in Brand. Diese Story schluck ich nicht, weil das Dokument in meinen Händen, den Vermerk “Geheim” trägt.

Kommen wir zur Sache: Griechenland ist derzeit ein Krimi. Die Griechen sind Opfer eines Betrugs, Schwindels und von faulem Zauber. Und – lasst dies die Kinder nicht hören – eine Bank, mit Namen Goldman Sachs hält eine rauchende Waffe in der Hand.

Teufel Der Tatbestand

2002 kaufte Goldman-Sachs insgeheim für 2,3 Milliarden €  staatliche Schuldverschreibungen, tauschte alles in Yen und Dollar und verkaufte alles sofort wieder nach Griechenland. Es war ein Geschäft, bei dem Goldman ein Haufen Geld verlor.

Ist Goldman verrückt geworden? Goldman ist verrückt geworden – wie ein Fuchs: Der Deal war ein Schwindel, der auf einer falschen Umtauschrate beruhte. Warum?

imageGoldman machte mit der damaligen griechischen Regierung einen geheimen Deal. Das Spiel war: das massive Haushaltsdefizit zu kaschieren. Goldmans erfundener Verlust, war Gewinn der griechischen Regierung. Goldman würde aber den Verlust zu sittenwidrigen Raten (loan-shark rates) zurückbezahlt bekommen.

Der Punkt ist, dass mit diesem verrückten und kostenaufwendigen Taschenspielertrick die Mitterechtsregierung Griechenlands beabsichtigte, ihr Defizit unter 3 % des BIP zu halten. Cool, ein Schwindel, aber cool.

Tricks dieser Art sind teuer in unseren Zeiten: außer der Bezahlung der mörderischen Kreditraten, verlangte Goldman ein Honorar von über 1/4 Milliarden Dollar.

Als 2009 die neue sozialistische Regierung mit Gheorghios Papandreou ihr Amt antrat, kam, bei der Prüfung der Bücher, der Schwindel mit Goldman heraus. Die Investoren drehten durch und verlangten Monsterzinsraten für weiter benötigtes Geld, um die Rückzahlung der Schulden zu gewährleisten.

Die Halter griechischer Staatsanleihen, von Panik erfasst, beeilten sich, sich gegen den Staatsbankrott zu versichern. Infolgedessen schossen die Preise für Kreditausfallderivate, genannt Credit default swap oder CDS, in die Höhe. Drei mal darf man raten, wer beim Verkauf der CDS einen Haufen Geld machte? Goldman-Sachs!

Goldman und die anderen Banken wussten sehr genau, dass sie ihren Kunden faule Produkte verkauften, golden angemalte Scheißhaufen (gold-painted turds). Das ist ihre Spezialität. 2007, als die Banken gleichzeitig suspekte Credit default swaps und CDO`s (Collateralized Debt Obligations) verkauften, verhielt sich Golman-Sachs ihnen gegenüber in einer “net short position” und setzte  darauf, dass ihre Finanzprodukte im Clo landen würden. Mit dieser Masche pickte sich Goldman eine weitere halbe Milliarde heraus.

Faustschlag Und die Moral

Aber anstatt Goldmans CIO Lloyd Blankfein einzusperren und ihn in einem Käfig durch die Straßen Athens zu führen, wird das Opfer des Betrugs, das griechische Volk,  unter Anklage gestellt.

übersetzt von Roberto Greco

   

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