Genua 2001 nicht vergessen

crisisperanza

geschrieben von Roberto Greco

Vor 10 Jahren im Juli  der G 8 Gipfel in Genua. Einige von uns waren mit dabei und die Bilder sind noch taufrisch, so als hätten wir die Tage gerade hinter uns gelassen. Genua 2001 stand mit am Anfang einer globalen Bewegung gegen die imperialen Gelüste des Finanzkapitals wie seiner politischen Steigbügelhalter und ihre Büttel reagierten in einer für das moderne Westeuropa beispiellosen Brutalität. Eine ganze Stadt wurde in den Ausnahmezustand versetzt.

Genua 2011–Eine Stadt im Ausnahmezustand –

Genua 20o1 – 2011: Ihnen die Krise uns die Hoffnung ist das Motto der Aktionswoche (18.07.-24.07.2011), die gestern eröffnet wurde und bis zum Sonntag Aktion, Diskussion, Dokumentation und Kultur des Widerstands bietet. Es soll an dieser Stelle über einige Themen, Veranstaltungen und Aktionen berichtet werden. Die hautnahe Erfahrung dessen, was moderner Faschismus in der Konsequenz bedeuten könnte, habe ich in den Tagen vom 20. und 21 Juli 2001 authentisch erleben können. Umso wichtiger scheint es mir, in diesen Tagen nicht nur die nationale Bettelsuppe zu löffeln und die europäische Sicht der Bewegung aufzugreifen. 2002  wurde in Florenz das erste europäische Sozialforum ausgerichtet, 2004 wurde Genua zur Kulturhauptstadt Europas gekürt, eine europäische Hauptstadt, die wie keine andere die moderne Entwicklung wiederspiegelt.

Die Veranstaltungen kreisen um die Themen Krieg, Arbeit, Migration und öffentliche Güter. Die Themen werden  u.a. auf vier Plätzen in Genua öffentlich gestaltet. An diesen vier Themenplätzen wird auch am Samstag der Demonstrationszug vorbeiziehen, der von Sampierdarena im Westen Genuas  zur Piazza Caricamento im Hafen gehen wird. Im Palazzo Ducale werden in den Tagen die Ereignisse im Juli 2001 durch zahlreiche Dokumente in Erinnerung gerufen. Dort fand bereits gestern eine Konferenz mit Protagonisten des Widerstand damals und heute statt. Ebenda, wo sich Bush, Berlusconi, Fischer, Schröder und andere politische Vertreter der Finanzaristokratie zum G8-Stelldichein trafen, wurde festgestellt: “Von 2001 bis heute ist die Bewegung nicht verschwunden, wenngleich sie auch Spießruten zu laufen hatte, was am Beispiel der Proteste gegen die Militärbasis Dal Molin in Vicenza und für den öffentlichen Zugang zum Trinkwasser deutlich wird.” (Vittorio Agnoletto, Sprecher des Genua Social Forum)

10 Jahre danach schreien die juristischen Fakten des Geschehens immer noch nach Gerechtigkeit. Ein Gebäude aus Lügen, falschen Zeugenaussagen machen weiterhin notwendig, die Versuche der Beeinflussung der Prozesse  aufzuzeigen. In diesen Tagen des G 8- Gipfels misslang der Versuch die globalisierungskritische Bewegung zu kriminalisieren, doch ist sie theoretisch und praktisch aus der Erfahrung  mit staatlicher Unterdrückung und Gewalt gestärkt worden.

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