14. Berbertreffen in Offenburg

imageDas 14. Berbertreffen in Offenburg ist angesagt. Am 16. des Monats traf sich im St. Ursulaheim Offenburg eine Vorbereitungsgruppe mit Delegierten der Bundesbetroffeneninitiative und Landesarbeitsgemeinschaft Baden -Württemberg Wohnungsloser.

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Mit dem Voranschreiten der Globalisierung, der Lissabon- Strategie und Agenda 2010 von Schröder hat sich das Bild von Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit in Deutschland und der Festung Europa nachhaltig verändert. Auch das traditionelle Bild des Berbers, hat sich mit der rotgrünen Einführung von Hartz IV quasi aufgelöst. Zwar gibt es immer mehr Leute, die wohnungslos sind und werden, jedoch der gesellschaftliche Spielraum aus der Not eine Tugend zu machen, scheint mit Hartz IV endgültig vorbei. Die Freiheit zu sagen, ich lebe auf der Straße, unterliegt heute mehr denn je dem gesellschaftlichen Code der staatlich bürokratischen Ordnungswut.

Hier verhungert keiner, heißt es – aber jeder stirbt für sich allein und in keiner Statistik wird sein Leben erwähnt werden. Die Statistik kennt den Berber nicht einmal als eine Zahl und der “normale Bürger” nimmt  Wohnungslose selten noch im Straßenbild wahr, so sehr hat er sich an sie gewöhnt. Für die Behörde sind sie Langzeitarbeitslose, die mit Tagesstrukturen zu dressieren sind, für die Armutsforschung sind sie extrem Arme, für die Menschenfreunde der pädagogischen Fraktion prachtvolle Exemplare zur Kompensierung des eigenen Helfersyndroms.

Dennoch gibt es noch einige von denen, die sich zum Berbertum bekennen und es auch leben. Und es gibt einige, die schon mehr als 2 Jahzehnte – in wechselnder personeller Kontinuität – gegen Armut und Ausgrenzung in der Gesellschaft politisch und organisatorisch aktiv wurden. Sie schufen soziale Bewegung, die sich einmischt und dem Anliegen der Armut eine Stimme gibt. In dieser Tradition stehen die fast jährlich durchgeführten Berbertreffen.  

Das 14. Berbertreffen, das vom 5. August bis zum 7. August 2011 in Offenburg, St. Fidelis stattfindet, zeigt die Reife eines langjährig engagierten Prozesses der Einmischung.

Die Vorbereitungsgruppe hat die Struktur des Programms ausgearbeitet, das nunmehr noch der detaillierten Vorbereitung unterliegt. Für den kulturellen und unterhaltenden Teil, ist ebenfalls gesorgt.

Das inhaltliche Programm gliedert sich wie folgt:

1. Tag – Freitag, 05.08.2011 – 13 bis 17:30 Uhr

I. Einführung in das Thema: Baden – Württemberg zwischen Armut und Wohlstand

II. Globalisierung und Armut – Soziale Kämpfe in Europa

a. Film zum Thema

b. Beiträge befreundeter Initiativen im Dreieckland

c. Plenum

III. Beitrag zur Sozialpolitik in Ba-Wü unter neuen Vorzeichen

2. Tag – Samstag, 06.08.2011 (Themen der Diskussion  und Workshops)

I. Baden Württemberg 2020 – Zwischen Armut und Wohlstand

II. 10 Thesen der Karawane 2010

III. Landesarmutskonferenz

3. Tag – Sonntag, 07.08.2011 – Plenum und Verabschiedung

Das Programm ist auch Teil der Entwicklung politischer Bewegung der Wohnungslosen in den letzten Jahren. Es wird inhaltlich u.a. von mehreren Betroffeneninitiativen mit ihren Erfahrungen vor Ort getragen werden.

Also: den Termin merken, sich vorbereiten, den Termin über die Initiativen und Einrichtungen weiterverbreiten.

 

2 Comments

  1. Hai!

    Dein/Euer Post gefällt mir wirklich sehr gut!
    Schimmert so´n bißchen die Hoffnungslosigkeit durch und ist damit leider sehr realistisch plastisch!

    Schön, dass Du/Ihr mithelft dass sich das Berbertreffen 2011 rumspricht. Mit „berbertreffen 2011“ gegeoogelt bist Du/seid Ihr der erste Hit nach drei Treffern, die Pferde betreffen, also schon der vierte. In OG ist man mit dem Internet scheint´s noch nicht so weit. Schade nur, dass ich mangels Knete für Fahrtkosten wohl werde nicht teilnehmen können.

    Es gibt viel zu tun, aber wenig geschieht. Der Verteilungskampf steht nicht bevor, sondern scheint längst entschieden. Zu unseren Lasten. Tafeln werden organisiert geplündert, aber als soziale „Errungenschaft“ und „Vorzeigeobjekte“ der deutschen Helfenskultur gepriesen. Beides sind sie in meinen Augen nicht. Ja, sie sind eine Schande. Aber sie beruhigen, diejenigen, die sich beruhigen lassen oder andere einschläfern wollen. Sozialtransferleistungen werden gekürzt, Tafeln entstehen. Das ist für mich alles andere als ein Zeichen einer funktionierenden Sozialgemeinschaft. Unter Obdachlosenhilfe wird alles runtergepackt, was mit Obdachlosen nichts, geschweige denn mit Berbern, zu tun hat. Die Obdachlosen, erst recht die Berber, gehen immer häufiger leer aus. Selbst beim Essen (Ist mir wirklich letzten Donnerstag passiert! Die r. Rentnergang aber war satt und hatte ihre Taschen vollgepackt.) Warum werden den Berbern Sozialleistungen vorenthalten, die die anderen bekommen? Der Berber bezahlt zwar keine Miete, denn er hat keine Mietwohnung. Doch er muß sich irgendwie behelfen und das kostet. Doch der Berber erhält nur den Teil -falls er es überhaupt beantragt oder man ihn nicht geschickt rauskantet- der für´s Leben bestimmt ist, nicht auch von dem für´s Wohnen. Schöne soziale Topmanagerwelt!
    Die EU bringt neue Probleme, da nun Menschen aus Ländern mit erheblicher Sozialdifferenz zu D hierher driften. Die wollen z.gr.T. keine Zukunft und geben sich hier nur bequem die Kante. Das entspricht meiner Erfahrung. Seine Exzellenz, der polnische Botschafter sprach hier vollmundig, man wolle die Schäfchen nach Hause führen. Als er dann mitbekam, um was für Schäfchen es sich handelt, hat er sich schnell verdrückt. Dasselbe, als eine pol. Delegation von Sozialarbeitern hier war. Versuche auf diese Menschen zuzugehen, nachdem man Ihnen das Verstecken hinter vorgeschützten Sprachschwierigkeiten genommen hatte, haben gleiches offenbart. Dann kommen Leute, da erkennt man schon an deren Alter, dass selbst ehrlich gemeinte, erhebliche Anstregungen nicht wird zu Beschäftigung führen können. Da kommen wirklich welche im Rentenalter. Da kommen Leute, die suchen wirklich Arbeit -was ja o.k. ist- meinen aber während ihrer Suche die Sozialeinrichtungen hier nutzen zu müssen -was nicht o.k. ist-. Letzthin hatte ich einen dieser Gruppe vor mir. Einen jungen Polen, der sein Pfand zurück wollte, fragte ich -was üblich ist und auch ggfls. kontrolliert wird- , nachdem er gerade geduscht hatte, ob er die Dusche auch ordentlich sauber gemacht habe. Seine Antwort: „Ich Pole und kein Penner!“ Na, schön für ihn. Aber warum duscht er dann bei uns Pennern? All das verstopft hier die Sozialpipeline. Viele psychisch Erkrankte halten sich in dieser Pipeline auf, denen da ja gar nicht wirklich geholfen werden kann. Oftmals ist der Umgang mit diesen Personen schwierig bis fast unmöglich und entsprechend problematisch. Werden diese Menschen hierher abgeschoben, statt Ihnen fachgerecht zu helfen, frage ich! Nur weil es erheblich billiger ist? Und von unseren lieben „Raffer-Rentnern“ habe ich noch gar nicht richtig angefangen, zu erzählen. Alter, all das müssen wir ertragen und auch ausbaden. Wer etwas gegen dieses nicht sachgerechte Verstopfen sagt, den versucht man gleich als Rassisten zu diskreditieren. Wie verlogen das ist, sieht man, wenn man erfährt, dass sich der Senat quergestellt hat, denn ihm waren die Notübernachtungskosten (man spricht von €19.- pro Kopf) in der vergangenen Kältehilfesaison zu hoch, als er erfuhr, dass da teilweise 90% Osteuropäer drinn waren für deren Überwinterung er zahlen sollte. Kommt es zu solchen Separatkostenstellen, dann wird da nachgeguckt. Aber bei allgemeinen Haushaltstiteln für z.B. eine Wohnungslosentagesstätte wird nicht geschaut. Da heißt es dann: Schauen Sie wie Sie zurecht kommen. Letztes Jahr hat es ja auch gereicht. Und im Zweifelsfall werden solche Titel auch noch gekürzt.

    Freunde! Auf nach Offenburg, Nehmt die Gelegenheit war, Eure Interessen auch bei den Parteifunktionären vorzutragen. Selbst wenn es nur eine vereinzelte Grüne ist, und sonst keiner kommt. Immerhin sind die in BW mit am Regieren. Die haben jetzt Verantwortung! Wir sind keine Menschen zweiter Klasse, sondern nur anders! Wir haben Rechte und wir müssen diese Basis verbreitern erweitern. Wir haben ein Menschenrecht auf Leben. Wir haben aber noch nicht einmal ein Menschenrecht auf ungestörtes Schlafen!

    grüße bwsb

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  2. Hallo Günter,
    nachdem der konkrete Ablauf des Programms steht und auch das erscheinen von Brigitte Lösch fest steht, wäre das oben angeführte Programm zu konkretisieren.
    Insbesondere sollte man die Anwesenheit von Brigitte L. herausstellen, ihre Anwesenheit adelt den
    „SOZIALHILFE – ADEL“
    Liebe Grüsse
    Heinz P.

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