Resolution zur gemeinsamen BDA+DGB Initiative gegen die Tarifautonomie

Gebt diesen Aufruf an Eure Kolleginnen und Kollegen weiter, damit er massenhaft Gehör findet. Sie alle sollen ihren Protest direkt an die jeweilige Gewerkschaftszentrale richten und den Protest weitertragen.Namhafte Kollegen wie u.a. der bekannte Arbeitsrechtler Däubler und Prof. Dr. Dietrich, ehemaliger Präsident des Bundesarbeitsgerichtes haben sich detailliert gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Das DGB-BDA-Vorhaben ist sowohl verfassungsrechtlich, als auch politisch fatal. Wir müssen das „Weiter so“ stoppen – es kann nicht sein, dass Gewerkschaften selbst Hand anlegen an das Streikrecht, um dieses in gemeinsamer Initiative mit dem Kapital einzuschränken – das wäre der Treppenwitz der Geschichte !!!

Den Protest können einzelne Kolleginnen und Kollegen – oder auch mehrere gemeinsam – zum Ausdruck bringen! In BR-Sitzungen, Vertrauensleutesitzungen, im Vorstand, auf Konferenzen diskutieren, beschließen und absenden – und das möglichst schnell!

Hier der vorgeschlagene Text für eine Resolution – auch im word-Format in der Anlage

——————————————————————————————————-

Resolution der
Gewerkschaftsmitglieder………………………………………….

von
…………………………………………………………………………………..

zur gemeinsamen Initiative von DGB und BDA zur gesetzlichen Regelung der „Tarifeinheit“

Wir lehnen die gemeinsame Initiative von BDA und DGB zur gesetzlichen Regelung der „Tarifeinheit“ ab und fordern die DGB Einzelgewerkschaften auf, dies ebenfalls zu tun – mit dem Ziel, dass der DGB zur Verteidigung von Streikrecht und Tarifautonomie zurückkehrt. Entsprechend soll sich unsere Gewerkschaft als Gesamtorganisation verhalten.

Das Streikrecht ist das wichtigste Grundrecht von Arbeitnehmern. Ohne das Recht auf Streik können Gewerkschaftsmitglieder ihre Interessen nicht durchsetzen. Ohne Streikrecht gibt es keine Tarifautonomie.
Tarifverhandlungen würden verkommen zu „kollektivem Betteln“. Streikrecht und Tarifautonomie müssen gegen alle Angriffe von Arbeitgebern und Politik unbedingt und mit allen Mitteln verteidigt werden.

Wir lehnen die BDA-DGB-Initiative ab, weil sie eine neue Form der „Friedenspflicht“ in den Betrieben einführt. Wenn eine Konkurrenzorganisation einen Tarifvertrag abschließt, dann dürfen Gewerkschaftsitglieder nicht zwangsweise durch Gesetz an diesen Tarifvertrag und dessen Friedenspflichten gebunden werden. Tarifautonomie bedeutet, dass Gewerkschaftsmitglieder nur an die Tarifverträge gebunden sind, die ihre Gewerkschaft abschließt. Selbst wenn eine Konkurrenzorganisation die Mehrheit der Mitglieder in einem Betrieb hat, muss es den DGB-Mitgliedern möglich bleiben, bessere Tarifverträge mit Streiks durchzusetzen – und so die Mitglieder der Konkurrenzorganisation davon zu überzeugen, dass ihre Arbeitnehmer-Interessen besser durchgesetzt werden können. Die von BDA und DGB vorgeschlagene Abschaffung dieser Möglichkeit, verstößt gegen die vom Grundgesetz garantierte Koalitionsfreiheit und die Tarifautonomie, weil sie das Streikrecht antastet.

Hinzu kommt: Tarif-Konkurrenzen zwischen Gewerkschaften innerhalb des DGBs, hat bis dato der DGB durch eine eigene Schiedsgerichtsbarkeit selbst entschieden.

Wir lehnen die BDA-DGB-Initiative weiter aus folgenden Gründen ab:

Wer in Zeiten der kapitalistischen Krise eine Regierung auffordert, das in 60 Jahren seines unveränderten Bestehens bewährte Tarifvertragsgesetz zu ändern – womöglich noch verbunden mit einer Grundgesetzänderung zur Einschränkung des Grundrechts auf Streiks – liefert die Tarifautonomie auch künftig allen politischen Begehrlichkeiten der Arbeitgeber und ihrer politischen Parteien aus.

Es ist – bei aller praktizierten Tarifpartnerschaft – ein elementarer Verstoß gegen die gesamte Geschichte, Politik und Kultur der Gewerkschaftsbewegung, sich mit Arbeitgeber-Organisationen über die Ausgestaltung des Streikrechts zu verständigen und hierzu gemeinsam Gesetzesinitiativen von der Politik zu fordern.

Weder im DGB noch in den DGB-Einzelgewerkschaften gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der BDA-DGB-Initiative Beschlüsse, die den DGB-Vorstand oder den Vorstand einer Einzelgewerkschaft zu einer solchen Initiative aufgefordert haben. Gerade bei einer so grundsätzlichen Frage, wie der Forderung nach einer gesetzlichen Regelung des Streikrechts, die gemeinsam mit den Arbeitgeberorganisationen erhoben wird, bedarf es im Vorfeld einer breit angelegten Diskussion in den Gewerkschaftsgremien zur demokratischen Willensbildung.

Insgesamt ist klar, dass die BDA-DGB-Initiative ein fataler Vorstoß in die falsche Richtung ist. Dem muss mit aller Entschiedenheit innergewerkschaftlich und in der öffentlichen politischen Debatte entgegen­getreten werden.

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Anhang:         Eckpunktepapier DGB-BDA
Däubler – „es wird kein Chaos geben“
Dieterich – Süddeutsche 30.6.2010 – „Das Gesetz das ein Irrsinn wäre“

und das Resolutionsschreiben
zu richten an:            Frank Bsirske (frank.bsirske@verdi.de)
Berthold Huber (berthold.huber@igmetall.de)
Michael Vassiliadis (michael.vassiliades@igbce.de)
Michael Sommer (michael.sommer@dgb.de)

4 Anhänge — Alle Anhänge herunterladen (gezipped für

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Eckpunktepapier DGB-BDA endg .pdf Eckpunktepapier DGB-BDA endg .pdf
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Resolution geg gemeins BDA+DGB Ini geg Tarifautonomie.doc Resolution geg gemeins BDA+DGB Ini geg Tarifautonomie.doc
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Tagesspiegel-däubler-04072010 .pdf Tagesspiegel-däubler-04072010 .pdf
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SD_Dieterich_Tarifeinheit.pdf SD_Dieterich_Tarifeinheit.pdf
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1 Comment

  1. Die Anhänge verweisen auf Google Mail. Wer keinen GMail Acount hat, kann sie nicht herunterladen oder anzeigen lassen. Gibt es keine Möglichkeit die Anhänge bei WordPress einzubinden?

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